Das letzte Heimspiel des Jahres hat es in sich. Der Vergleich zweier amtierender Vize-Meister. Denn der letztjährige Zweite der 3. Liga West, SV Germania Fritzlar, hat sein Pendant aus der Ost-Staffel, den SC Markranstädt, zu Gast.

Im Spitzenspiel der 3. Handball-Liga Ost, in dem sich die Domstädterinnen nach einem guten 2019 angemessen von ihren Anhängern verabschieden wollen (So. 17 Uhr, KHS-Sporthalle). „Wir müssen vor allem die guten läuferischen Leistungen im Training auf die Platte bringen. Wer den längeren Atem hat, gewinnt“, betont SVG-Coach Lucky Cojocar.

Zerreißprobe: Janina Dreyer wird mit Germania Fritzlar vom SC Markranstädt gefordert. © Pressebilder Hahn

Wohlwissend, dass beide kleine Kader gemein haben und sich äußerst wacker schlagen. Die Domstädterinnen müssen seit Saisonbeginn mit maximal einer Elf auskommen, Markranstädt hat überhaupt nur zwölf Kräfte im Kader. Wovon Natalie Olsen (Studium) weggebrochen ist und Eileen Kriegel (grippaler Infekt) fehlt.

Dieser Mini-Kader ist der Tatsache geschuldet, dass das Team im Sommer komplett auseinanderfiel. Mit Kreisläuferin Julia Pöschel und den Rückraumkräften Henriette Dreier sowie Julia Okon blieb nur ein Trio. Viel zu tun für den neuen Trainer Rüdiger Bones, der die 41-jährige Jurate Kiskyte reaktivierte und einen Talentschuppen aufbaute. Denn neben der Litauerin sind nur Torfrau Kristina Friedrich sowie Kreisläuferin Pöschel (beide 27) älter als 21.

Juwel Lara Seidel führt Torjägerliste an

Besonders interessant sind die jüngsten „Piranhas“. Die U 17-Nationalspielerinnen Caty Czeczine (Tor), Lara Seidel und Hanna Ferber-Rahnhöfer. Drei Hoffnungsträgerinnen, die mit Erwachsenen-Spielrecht vom neuen Partner HC Leipzig kamen. Als Juwel entpuppt sich die 16-Jährige Seidel, die mit 60/14-Treffern die Torjägerliste anführt. „Der Fokus ist bei uns auf einen gesunden Rhythmus mit schnellen Pässen gerichtet. Zu viel Tempo bedeutet indes zu viele Ballverluste“, skizziert A-Lizenz-Inhaber Bones, der vergangenen Saison Zweitligist Zwickau coachte.

Da verwundert es nicht, dass der SCM besonders im Positionsangriff glänzt. Neben Seidel etwa mit Dreier (51/7), die früh vom SVG-Mittelblock mit Esther Lieber und Janina Dreyer attackiert werden muss. Zumal die Gäste auch die Variante mit zwei Kreisläuferinnen drauf haben. „Das ist eine Mannschaft auf Augenhöhe. Respekt, dass es bei ihnen nach dem großen Umbruch so gut läuft“, betont Cojocar. Und erwartet von seinem Team, dass es seine (deutlich) größere Erfahrung ausspielt. Um sich einen Rivalen vom Hals zu halten, ehe in zwei Wochen beim HV Chemnitz das letzte Spiel des Jahres ansteht.

HNA Online /// Sebastian Schmidt /// Foto: Hahn