Es kann nur besser werden: Nach der fürchterlich schwachen Vorstellung beim 16:24 gegen die HSG Gedern/Nidda sind die Drittliga-Handballerinnen des SV Germania Fritzlar als Spitzenreiter der Ost-Staffel bei der TS Herzogenaurach gefordert (So. 14.30 Uhr).

„Wenn wir Boxer oder Skispringer wären, hätte solch ein Kollektivausfall schwerere Folgen gehabt. Draufhauen bringt aber nichts und ich bin überzeugt, dass das Team wieder in der Spur ist“, betont SVG-Coach Lucky Cojocar. Ruhig und sachlich hätten er und die Mannschaft die erste Saisonniederlage aufgearbeitet. Und wollen es in der Besetzung richten, die im Hessenduell bis auf Torfrau Vanessa Maier versagte.

Aufrichten ist angesagt: Janina Dreyer (am Ball gegen Bonn) muss mit Fritzlar eine Reaktion zeigen. © Pressebilder Hahn

Die Aufgabe bei der Turnerschaft im mittelfränkischen Landkreis Erlangen-Höchstadt kommt da ebenso gelegen wie sie trügerisch ist. Zum einen ist Herzogenaurach Vorletzter und hat in vier Heimspielen nur einen Punkt geholt. Zudem trat Trainer Hans-Jürgen Kästl nach dem fünften Spieltag und Differenzen mit den Spielerinnen den Rückzug an. Seitdem hat der 33-jährige Co-Trainer Andreas Ottl die Chance, sich zu beweisen.

Herzogenaurach in Bestbesetzung

Zum anderen verfügt Herzogenaurach über einen talentierten 16er-Kader, hat also fünf Akteurinnen mehr zur Verfügung als die Germania, und ist in Bestbesetzung. Mit Stefanie Hopp (Fuß), Jana Lichtscheidel und Kristin Lang (beide Knie) sind drei Asse nach Verletzungen auf dem Weg zu alter Stärke. Also die zweitliga-erfahrene Spielmacherin (Hopp reifte von 2014 bis 2019 beim BSV Sachsen Zwickau), die abwehrstarke Kreisläuferin (Lang) und die mit 27 Jahren Erfahrenste im Team (Rückraumkraft Lichtscheidel).

Neben diesem Trio gilt es besonders auf Saskia Probst und Laura Brockschmidt zu achten. Rechtsaußen Probst steht als Gegenstoß-Spezialistin sinnbildlich für den „Powerhandball“, den die Franken auf ihrer Homepage versprechen. Brockschmidt zählt als Shooterin zu den stärksten Halblinken der Liga. „Im Positionsangriff haben sie viele Möglichkeiten. Sie sind besser als ihr Platz in der Tabelle“, warnt Cojocar. Und erwartet von seinem Team, dass es sich wieder so präsentiert, wie es eines Spitzenreiters würdig ist.

HNA Online /// Sebastian Schmidt /// Foto: Hahn