Das sind zwei ganz wertvolle Punkte: Die Handballerinnen des SV Germania Fritzlar haben im Titelrennen der 3. Liga Ost mit 31:26 (13:10) bei der HSG Rodgau Nieder-Roden gewonnen. Als Lohn ist die Germania für zumindest eine Nacht wieder Tabellenführer.

„Diese Leistung und die Moral der Mannschaft sind nicht hoch genug einzuschätzen und zu loben“, betonte SVG-Coach Lucky Cojocar. Denn der Handball-Lehrer musste einmal mehr improvisieren. Da Regisseurin Esther Lieber (Virus) kurzfristig fehlte, standen nur noch zwei der ursprünglich sechs Rückraumspielerinnen zur Verfügung.

Nicht zu stoppen: So wie hier Ober-Eschbachs Lena Rosenberg (r.) ließ Maria Kiwa mit Germania Fritzlar auch Nieder-Roden abblitzen. © Pressebilder Hahn

Janina Dreyer begann auf Halblinks, Maria Kiwa auf der Mitte und Rechtsaußen Bibiana Huck rückte auf Halbrechts. Als Alternative machte Paula Bachmann aus dem Landesliga-Kader die Reise nach Südhessen mit, kam jedoch nicht zum Einsatz. Nach 17 Minuten ging die reaktivierte Lorena Lorenz an den Kreis und für sie Luisa Krüger in den Rückraum, wo sie geschickt mit Dreyer und Kiwa nach Bedarf die Positionen tauschte. Diese Wechselspiele waren wichtig, weil Nieder-Roden die Germania ständig vor neue Aufgaben stellte.

Kiwa und Huck am treffsichersten

Beginnend mit einer 6:0-Deckung, noch vor der Pause einer 5:1-Variante gegen Dreyer und im zweiten Durchgang sogar mit zwei Vorgezogenen, um die Kreise der Domstädterinnen einzuengen. „Wir haben immer Lösungen gefunden. Dadurch konnten wir über 20 Fehlwürfe verkraften“, sagte Cojocar, der in der ersten Halbzeit fast ein Dutzend Pfosten- und Lattentreffer seines Teams zählte. Auch deshalb lag Fritzlar zunächst mit 5:7 in Rückstand (15.), ehe vier Treffer in Folge von der starken Krüger (2), Huck und Kiwa den Spieß zum 9:7 (21.) wendeten.

Durchaus stabil zeigte sich die Deckung der Germania, die etwa Torjägerin Pia Magnago aus dem Spiel nahm. Allein die zweitliga-erprobte Jana Heßler (10/1) war kaum zu bremsen. Bis zur 48. Minute lagen die disziplinierten Gäste „nur“ mit zwei bis vier Treffern vorn. Dann verwerteten die Außen Lena Dietrich und die emsige Huck ihre Chancen eiskalt. Und die überragende Kiwa sowie Vanessa Maier trafen jeweils ins leere Tor. Dadurch trafen alle eingesetzten Fritzlarerinnen – sogar die Torfrau.

Allerdings gab es noch einen Wermutstropfen: Anna Holeczy wurde im Angriff bei einer Eins-gegen-Eins-Aktion gefoult und ist nun am Ellenbogen verletzt.

Fritzlar: Maier (1, 18 P./26 GT.), Gürbig (1/0, bei einem 7 m) – Dietrich 3, Holeczy 1, Huck 7/3, Lorenz 2, Nepolsky 1, Bachmann, Dreyer 5, Kiwa 7, Krüger 4/1.

HNA Online /// Sebastian Schmidt /// Foto: Hahn