Da waren es nur noch vier! Nach dem 28:22 (12:10)-Erfolg der Handballerinnen des SV Germania Fritzlar über die HSG Kleenheim-Langgöns haben die Domstädterinnen im Meisterschaftsrennen der 3. Liga Ost vier Spieltage vor Schluss alle Trümpfe in der Hand.

Es war das Duell zweier arg vom Verletzungspech gebeutelter Mannschaften. Kleenheims Trainer Marc Langenbach standen gerade einmal neun Feldspielerinnen zur Verfügung und auch SVG-Coach Lucky Cojocar musste noch den kurzfristigen Ausfall von Kreisläuferin Louisa Krüger verkraften, die im Abschlusstraining umgeknickt war.

Auf und davon: Fritzlars Linksaußen Lena Dietrich (am Ball) erzielt hier einen ihrer sechs Treffer. Kleenheims Stina Karlsson bleibt nur die Zuschauerrolle. © Pressebilder Hahn

Dementsprechend nervös agierten beide Seiten zu Beginn. Über 0:2 (5.) und 4:6 (18.) lief die Germania bis zum 5:8 (21.) einem Rückstand hinterher. Weil dem neuformierten Rückraum mit Anamaria Puda, Maria Kiwa und Janina Dreyer zunächst die Durchschlagskraft fehlte. Allzu häufig versuchte es das Trio durch die Mitte, anstatt das Spiel breit zu machen und auch die beiden Außen Bibiana Huck und Lena Dietrich einzubinden.

Maria Kiwa dreht auf

Dann aber steigerten sich die Gastgeberinnen. Weil Kiwa plötzlich aufdrehte, sowohl im Eins-gegen-Eins und auch per Schlagwurf erfolgreich war. Und vor allem Dietrich auf Linksaußen immer wieder zum Abschluss kam. Bibiana Huck vom Punkt vollendete einen 4:0-Lauf zur 9:8-Führung (26.). „Wir mussten uns in das Spiel reinkämpfen“, gab Lorena Lorenz zu. „Im Angriff hat uns zunächst die Tiefe gefehlt und wir haben zu wenig Druck gemacht“, analysierte die SVG-Kreisläuferin.

Nach der Pause lief es indes bei den Domstädterinnen. Da steigerte sich die 6:0-Deckung mit Kiwa und Dreyer im Mittelblock und ließ vor allem die bundesliga-erfahrene Spielmacherin Stina Karlsson kaum noch zum Zug kommen. Dazu war Vanessa Maier im Tor ein ums andere Mal zur Stelle.

Zwischenspurt zum 17:13

Die Folge: Ein 5:2-Zwischenspurt zum 17:13 (40.), das Kiwa besorgte. Die Vorentscheidung blieb aber aus, weil sich die Fritzlarerinnen in der Offensive zu viele Fehler erlaubten. Als Kleenheims Ann-Sophie vom Hagen zum 22:23 (53.) verkürzte, drohte es noch einmal eng zu werden. Doch mit einem 6:0-Lauf beseitigte die Germania alle Zweifel am Sieg.

Ein Sonderlob von Cojocar verdiente sich dabei die 19-jährige Puda, die mit drei Treffern glänzte. „Sie hat ihre Sache heute sehr gut gemacht“, sagte der SVG-Coach, der mit dem Auftritt seiner Mannschaft sehr zufrieden war: „Wir haben immer einen kühlen Kopf behalten und gute Lösungen gefunden.“

Fritzlar: Maier (14 Paraden/21 Gegentore), Gürbig (bei einem 7m, 0/1) – Dietrich 6, Holeczy 1, Huck 3/3, Lorenz 3, Grothnes, Berk 1, Nepolsky 1, Puda 3, Dreyer 2, Kiwa 8.

Kleenheim: Hahn (10/24), Buhlmann (40.-48., 0/4) – Dietz, Barnusch 2, Schorradt 3, vom Hagen 2, Fischer, Kiethe 1, Karlsson 7/4, Kneller 6, Winkes 1.

SR: Bittner/Casselmann. Zuschauer. 144

Siebenmeter: 3/3:4/4. Zeitstrafen: 2:8 Minuten.

HNA Online /// Marcel Glaser /// Foto: Hahn