„Lucky“ ist als Auswärtscoach wieder oft rund um die Heimat zu Gast

A-Lizenz-Inhaber „Lucky“ Cojocar aus Neu-Anspach spricht im UA-Interview über Handball in der 3. Liga, der Bundesliga und bei der SG Anspach.

Entspannter Blick auf die neue Handballsaison: Lazar „Lucky“ Cojocar aus Neu-Anspach, Trainer der Drittliga-Handballerinnen des SV Germania Fritzlar. Foto: zyk

HOCHTAUNUS – Ein paar Tage vor Beginn der neuen Handball-Saison in allen Spielklassen ab 3. Liga abwärts schnaufen die meisten Teams nach einer längeren Vorbereitung an diesem Wochenende noch mal durch. Wir haben den früheren Spieler und Trainer der SG Anspach und der HSG Anspach/Usingen, „Lucky“ Cojocar, deshalb um seinen Blick auf die anstehende Serie gebeten.

Eine Woche vor Saisonbeginn: Verspüren Sie Anspannung oder Vorfreude?

Sowohl als auch. Wir freuen uns, dass die lange Vorbereitung zu Ende geht. Ist ja nicht unbedingt die schönste Zeit bei uns Handballern. Aber jeder weiß, eine gute Vorbereitung hilft unheimlich in der Runde. Die Anspannung kommt dabei eh von alleine.

Also überwiegt die Vorfreude?

Ja, jetzt wollen wir, dass es los geht. Wir wollen diese positive Anspannung, die sich in den letzten Wochen des vielen Trainings aufbaute, voll auf der Platte umsetzen.

Worauf sind Sie in der dritten Saison als Coach bei den Drittliga-Damen des SV Germania Fritzlar besonders neugierig?

Auf die neue Staffel. Fritzlar musste sechs Mal in den vergangenen neun Jahren die Staffel wechseln. Wir spielten in der Saison 18/19 in der Staffel West mit vier Bundesliga-Reserveteams. Das war knifflig in der Spielvorbereitung, denn Du wusstest nie, welche Spielerinnen aus dem Bundesliga-Kader abgestellt werden.

Wie bewerten Sie die Stärke der Oststaffel mit den hessischen Teams aus Fritzlar, Gedern/Nidda, Kleenheim, Ober-Eschbach, Eddersheim und Rodgau/Nieder-Roden?

Ich stufe die Staffel als schwierig ein. Es sind mehrere Mannschaften, die das Zeug haben vorne mitzuspielen. Gedern hat es zum Beispiel geschafft, trotz des Abstiegs die komplette Mannschaft zu behalten und somit viel Erfahrung. Kleenheim und Eddersheim spielen seit Jahren eine wichtige Rolle in der Liga. Mit Ober-Eschbach ist immer zu rechnen. Und Rodgau bringt viel Enthusiasmus und Euphorie als Aufsteiger mit, ist deswegen besonders am Anfang gefährlich.

Gefährlich… Das gilt nur für die hessische Konkurrenz in der Liga?

Nein, wir dürfen Herzogenaurach nicht vergessen. Die spielen einen schönen Handball. Chemnitz hat sich auch verstärkt. Die Bundesligareserven vom Thüringer HC, der TSG Ketsch und Halle-Neustadt sind, wie dargestellt, schwer einzuschätzen. Ich denke, kein Team marschiert. Es wird eng in der Liga.

Was erwarten Sie von Ihrem Team?

Unser Weg ist bei weitem nicht zu Ende. Nach Punkten spielten wir zuletzt die beste Saison der Vereinsgeschichte, wurden Vizemeister mit der besten Abwehr der Liga. Wir wollen wieder Woche für Woche als eine Einheit auftreten. Team, Wille, Leidenschaft und Kampf werden bei uns groß geschrieben. Der Vereinsvorstand um Steffen Schmude schafft uns durch seine hervorragende Arbeit die Umgebung, um uns in Ruhe sportlich weiter zu entwickeln.

Mit welchem sportlichen Ziel 2019/2020?

Oben mitspielen. Die Zuschauer sollen temporeichen und schönen Handball sehen, an dem wir akribisch arbeiten. Das wird schwer, aber genau das macht die Aufgabe mit Blick auf die Konkurrenz noch spannender.

Ihr früherer Verein SG Anspach startet ab dieser Saison wieder allein durch. Welche Perspektive hat die SGA damit aus Ihrem Blickwinkel?

Das habe ich registriert und freue mich unheimlich über diesen Mut. Es wird ein langer und vielleicht nicht leichter Weg werden.

Weshalb?

Generell ist die Arbeit in Sportvereinen aus meiner Sicht vielschichtiger geworden. Qualifizierte Trainer sind das eine. Auf der anderen Seite müssen Sportvereine ein vielfältiges Angebot an Veranstaltungen auch gegen außersportliche Freizeitmöglichkeiten wie xBox und Co. anbieten. Und das alles ehrenamtlich.

Wie unterstützen Sie das Engagement der SGA-Handballer?

Die Adolf-Reichwein-Schule kooperiert im Usinger Land seit jeher mit Vereinen und Abteilungen quer durch die angebotenen Sportarten. Durch meine langjährige Lehrertätigkeit an der Schule kann ich mir eine Kooperation Schule und Verein hier gut vorstellen.

Einen Abstecher zu den Profis: Wie verfolgen Sie Bundesliga?

Auch da freue mich, dass es wieder läuft. Wenn es mein Terminkalender erlaubt, besuche ich Spiele in Wetzlar oder Mannheim. Wenn nicht, läuft sicher manchmal auch der Fernseher daheim.

Wer, glaubt der „Löwen“-Fan Lucky, spielt um die Meisterschaft?

(lächelt) Ganz einfach: Ich hoffe auf die Rhein-Neckar-Löwen. Sie werden das mit Kiel, Flensburg und dem SC Magdeburg ausfechten, denke ich.

Was wünschen Sie sich ganz allgemein für den Handball 2019/2020?

Vier Dinge: Erstens, dass wir mit Fritzlar eine verletzungsfreie und erfolgreiche Saison spielen. Wir wollen am Ende der Saison sagen können: Alles gegeben und was Schönes erreicht. Zweitens, dass sich beide Nationalmannschaften für die Olympischen Spiele in Tokio qualifizieren. Drittens, dass der Thüringer HC bei den Frauen und die Rhein-Neckar-Löwen bei den Männern einen Titel gewinnen oder gern auch mehrere. Und viertens, dass die SGA-Handball-Abteilung viele Jugendliche für Handball begeistern kann.

Usinger Anzeiger (LINK) /// zyk /// Foto: zyk