HSG Bad Wildungen Vipers dominieren Domstadt-Cup in Fritzlar

Die Vipers haben es geschafft. Ein Jahr nachdem sich die Handballerinnen der HSG Bad Wildungen im Endspiel noch den damals klar besseren Dortmunderinnen beugen mussten, ließ sich die Mannschaft von Trainerin Tessa Bremmer diesmal im Finale von der HSG Blomberg-Lippe nicht stoppen.

Beim Schlusspfiff nach 40 Minuten stand es 21:19 (12:11), und die Vipers feierten zusammen mit ihren zahlreichen Fans den Triumph beim Domstadt Cup, dem vom SV Germania Fritzlar bestens organisierten Turnier mit acht Frauenteams.

Hinein ins Vergnügen: Fitzlars Lena Dietrich (am Ball) enteilt hier Bad Wildungens Erika Rajnohova und zieht ab. © Pressebilder Hahn

Im Endspiel gegen Blomberg-Lippe hatte nach zehn Minuten mehr gegen als für das Bremmer-Team gesprochen, denn die Vipers lagen 3:6 zurück und hatten kein Mittel gegen die wuchtig vorgetragenen Angriffe des Kontrahenten. Zunächst hielt nur Sabine Heusdens dagegen und war in der Anfangsphase die einzige Wildunger Torschützin.

Dann aber kam mit Macht die benötigte Hilfe. In erster Linie von Anna Frankova, die mit sechs Treffern noch zur besten Torschützin wurde, aber auch von Marieke Blase (5) und Anne Bocka, die in der zweiten Halbzeit zwischen den Pfosten stand. Angesichts der bisher kurzen Vorbereitungszeit sahen die insgesamt 400 Zuschauer in der Sporthalle der Heinrich-König-Schule vor allem im Finale ansprechende Leistungen und auch generell ein Turnier auf hohem Niveau. Kein Wunder, dass Steffen Schmude, Germanias Sportlicher Leiter, sowohl mit den gezeigten Leistungen als auch mit den Zuschauerzahlen zufrieden war.

Und schließlich machte die Mannschaft des Gastgebers aus ihren Möglichkeiten das Beste, landete auf dem sechsten Platz und ließ mit Lintfort sowie Beyeröhde zwei Zweitligisten hinter sich.

Bei den Gruppenspielen am Samstag hatten in erster Linie die Vipers und der HC Rödertal aufgetrumpft. Der Höhepunkt des ersten Turniertages war die Begegnung zwischen Rödertal und der HSG Blomberg-Lippe, die mit einem 23:22-Erfolg für den Zweitligisten endete.

Germania zeigt gute Entwicklung

Im Blickpunkt aber stand das Eröffnungsspiel, in dem die Vipers einen standesgemäßen 26:16 (15:6)-Sieg über die Gastgeberinnen feierten. Die Zahlen verraten schon, dass das Derby in der zweiten Halbzeit viel mehr nach dem Geschmack des SV Germania verlief als in den ersten 20 Minuten. Zunächst wirkte die Mannschaft des Drittligisten hoffnungslos überfordert, und die Gegentreffer fielen meistens nach Tempogegenstößen, die überwiegend von Anna Frankova (5 Tore) und Erika Rajnohova (3) verwandelt wurden. Häufig war Anne Bocka, die Torhüterin der Vipers, mit ihren präzisen Pässen Ausgangspunkt der blitzschnellen Aktionen.

Die gab es in der zweiten Halbzeit seltener, weil das Fritzlarer Team von Trainer Lucky Cojocar nun in der Abwehr konzentrierter und im Angriff flexibler agierte. Waren in den ersten 20 Minuten die Würfe aus dem Rückraum noch eine sichere Beute von Anne Bocka geworden, so war der SV Germania jetzt immer öfter über Kreisläuferin Hannah Puntschuh (5) und Rechtsaußen Hannah Grothnes (3) erfolgreich.

Cojocar war auch angesichts der kurzen Vorbereitungszeit mit nur drei Trainingseinheiten mit dem Auftritt seiner Mannschaft zufrieden. Fritzlars Trainer hatte vor allem beeindruckt, wie schnell seine Spielerinnen aus den Fehlern der ersten Halbzeit gelernt hatten.

„Wir haben Ballverluste weitestgehend vermieden, und zudem hat unser Spiel über den Kreis und über die Außen prima geklappt“, stellte Cojocar fest. Und aus dem Rückraum wird der SVG sicherlich gefährlicher, wenn Esther Lieber, Melina Horn und Jana Hoppe dabei sind. Lieber wird nicht jeden Tag heiraten, und Horn sowie Hoppe sind guter Dinge, spätestens bis Oktober ihre Verletzungen überwunden zu haben.

HNA Online /// Gerd Brehm /// Foto: Hahn