SV Germania Fritzlar gegen TSG Eddersheim. Der neue Tabellenführer zu Gast bei seinem Vorgänger. Meister von 2016 gegen Meister von 2017. Abwehrspezialisten gegen die Torfabrik der Liga.

Das Spitzenspiel der 3. Handball-Liga Ost der Frauen (So. 17 Uhr, KHS-Sporthalle Fritzlar) verspricht jede Menge Spannung.

Volle Kraft voraus: Fritzlars Janina Dreyer entpuppt sich vermehrt auch als Torjägerin und wird mit ihrer Germania im Topspiel gegen Eddersheim gefordert.© Pressebilder Hahn

Ausgangslage

Fritzlar und Eddersheim sind die einzigen Vereine, die acht Spieltage vor Schluss aus eigener Kraft Meister werden können. Die TSG, weil sie sich nach Fritzlars 19:27-Niederlage in Nidda zwei Punkte Vorsprung erarbeitet hat und die Germania, weil sie nach dem 25:21 im Hinspiel mit einem weiteren Erfolg im direkten Vergleich die Nase vorn hätte. Bis Ende April können Meister und Vize-Meister eine Lizenz für die 2. Bundesliga beantragen. Da es aus den vier dritten Ligen nur drei Aufsteiger gibt, drohen im Mai Relegationsspiele.

Personal

Eine Fritzlarer Elf stellt sich im Idealfall dem üppigen 14er Kader inklusive drei Torfrauen der TSG. Bis Mitte der Woche erkrankt pausierend, dürften Rechtsaußen Bibiana Huck und Kreisläuferin Lorena Lorenz mitwirken. Als neunte Feldspielerin stößt Hannah Berk hinzu. Die 16-Jährige, mit Erwachsenenspielrecht aus Bad Hersfeld verpflichtet, musste zehn Tage wegen einer Gehirnerschütterung nach einem bösen Foul im Spiel der B-Jugend pausieren. Jetzt naht das Debüt der Linkshänderin, die auf Außen und im Rückraum spielen kann. Und fit ist, weil sie montags am DHB-Stützpunkt in Bensheim, zweimal wöchentlich in der Domstadt und zweimal in der Kurstadt trainiert.

Neue Torjägerin

5, 5, 9, 7 – das sind keine Lottozahlen, das ist die Ausbeute von Janina Dreyer aus den vergangenen vier Spielen. Macht im Schnitt 6,5 Tore pro Partie, nachdem der Vize-Kapitänin in den ersten zehn Begegnungen durchschnittlich 1,9 gelangen. „Der eine oder andere Ball, der sonst an den Pfosten ging, ist momentan drin. Außerdem muss ich ja funktionieren, weil wir nicht mehr viele Alternativen haben“, betont die Rückraumspielerin, die in ihren neun Jahren in der Domstadt vor allem in der Abwehr glänzte. Und sich aufgrund des „besonderen Teamgeists“ gern noch mehr in den Dienst der Mannschaft stellt. Vorzeitige Vertragsverlängerung inklusive, womit erste Gedanken an ein vorzeitiges Karriereende aus privaten Gründen auf Eis gelegt sind.

Taktik

Fritzlar geht es ähnlich an wie im Hinspiel. Also mit dem Fokus auf der starken eigenen Deckung um die Kapitäninnen Esther Lieber und Dreyer im Mittelblock. „Wir müssen den Gegner frühzeitig stoppen, weil alle Rückraumspielerinnen Eddersheims ein starkes Eins gegen Eins haben“, betont SVG-Coach Lucky Cojocar. Neben der aufstrebenden Spielmacherin Hanna Özer (110/57-Tore) können auch die erst 18-jährige Halblinke Lilly König (58/4) und die Halbrechte Franziska Feick (49/11) ein Spiel entscheiden. Das Trio profitiert von den klugen Sperren, die Kreisläuferin Lena Thoß stellt.

Gegner

Eddersheim, das mit einem Fanbus anreist, verzichtete 2017 wie Fritzlar ein Jahr zuvor aus wirtschaftlichen Gründen auf den Aufstieg. „Jetzt ist es unser Bestreben, es machen zu wollen, auch wenn es ein Kraftakt wäre“, betont Tobias Fischer. Der 43-Jährige ist als TSG-Urgestein seit zehn Jahren für das Frauen-Team aus dem Main-Taunus-Kreis tätig, führte Eddersheim 2014 in die 3. Liga. Teile der Mannschaft trainierte er bereits in der Jugend und baut aktuell auf einen jungen Kader mit einem Schnitt von 21,5 Jahren.

HNA Online /// Sebastian Schmidt /// Foto: Hahn