Fritzlar – Etwa einen Monat ist es her, dass Julie Bärthel ihren Freundinnen Vilte Duknauskaite, Lorena Lorenz und Lea Gürbig zum Karneval in Köln einlud. Am Sonntag (17 Uhr Sporthalle der KHS) sind die drei Fritzlarerinnen die Gastgeber.

Allerdings laden sie nicht zum Feiern, sondern zum Handball-Duell in der 3. Liga ein, wenn der heimische SVG auf den 1. FC Köln trifft, wo die Ex-Kirchhoferin im Tor steht. Und Positives zu berichten hat. „Wir sind gut drauf“, sagt die 26-jährige Studentin. So gut, dass sich die Bundesliga-Reserve des BVB in der Domstadt mit 28:34 geschlagen geben musste. So gut, dass der Tabellendritte Oyten (29:28) gegen den FC nur knapp an einer Heimpleite vorbeischrammte. So gut, dass die Pabst-Schützlinge vier Spieltage vor Schluss so gut wie gerettet sind.

Willkommene Verstärkung: Melina Horn kehrt gegen Köln in den Fritzlarer Kader zurück. © Pressebilder Hahn

Der Grund: Endlich ist der Knoten im Angriff geplatzt, wo spät, aber nicht zu spät der Ausfall der beiden Halblinken Vanessa Idelberger und Julia Schumacher durch Maria Kottmann und Neuzugang Anika Henschel (kam nach der Winterpause vom Drittligisten Pfullingen) kompensiert werden konnte. Dazu hat sich auch Rückraumspielerin Felicia Idelberger gesteigert und kann, so Bärthel, „auch schon mal ein Spiel allein entscheiden.“

Fernduell mit Solingen

Noch größeren Respekt hat der SVG-Trainer vor der starken Kölner 6:0-Deckung, die zudem hervorragend mit Torfrau Bärthel zusammen arbeitet. Unschwer zu erwarten, dass es so „leicht“ wie im Hinspiel (15:25) nicht wird. Trotzdem will Lazar Constantin Cojocar auch diesmal wieder auf eine kompakte 6:0-Abwehr bauen, um über die erste und zweite Welle zu leichten Toren zu kommen. Von seinem Positionsangriff, den die wieder genesene Melina Horn verstärken wird, verlangt er „Geduld“, um der (nach Gegentoren) drittbesten Defensive der Liga ihren Schrecken zu nehmen.

Einen weiteren Blick aufs Restprogramm verbittet er sich. Weiß aber auch, dass der Kampf um die Meisterschaft noch nicht entschieden ist. Patzt Tabellenführer Solingen (gegen Oldenburg II), will er mit seiner Mannschaft zur Stelle sein. Und die sich somit gegen Köln schadlos halten, so dass die vier Freundinnen vielleicht doch noch einen Grund zum Feiern haben.

HNA Online /// Ralf Ohm /// Foto: Hahn