Am Schluss versagten auch noch die Nerven. Bibiana Huck hätte den Drittliga-Handballerinnen des SV Germania Fritzlar zumindest noch ein Remis gegen den SC Markranstädt sichern können, doch die Linkshänderin setzte den Ball von Rechtsaußen am Tor vorbei.

Und besiegelte damit die 19:20 (9:9)-Niederlage der Domstädterinnen. Der Spitzenreiter hatte allerdings nicht nur beim Torabschluss, sondern auch in der Defensive einiges vermissen lassen. „Wir waren nicht konsequent genug und haben zu viele technische Fehler gemacht“, sagte Xenia Ahrend. Trainer Lucky Cojocar kritisierte auch die Einstellung seiner Mannschaft: „Wir sind heute nicht so selbstbewusst aufgetreten, wie es sich für einen Tabellenführer in eigener Halle gehört.

Bruchlandung: Fritzlars Luisa Krüger (vorn) wird hier unsanft von Markranstädts Nele Mertens gestoppt. © Pressebilder Hahn

Sein Gegenüber Rüdiger Bones hingegen war stolz über den Auftritt seiner Mannschaft. „Ich bin überglücklich. Respekt, was wir hier geleistet haben“, sagte der 61-Jährige.

Denn die Gäste legten einen couragierten Auftritt hin, wobei vor allem der Rückraum um Spielmacherin Mertens und die beiden Halben Lara Seidel und Henriette Dreier überzeugte. „Wir haben die drei nicht angegriffen und waren zu passiv“, bemängelte Cojocar. So lag die Germania schnell mit 0:2 (3.) und 5:8 (20.) zurück. Damit war Fritzlar noch gut bedient, Vanessa Maier im Tor verhinderte einen höheren Rückstand.

Erst nach der Umstellung auf eine 5:1-Formation mit Luisa Krüger als vorgezogene Spielerin wurde es besser. „Da sind wir zu sehr in die Zweikämpfe gegangen“, sagte Bones. Esther Lieber, Xenia Ahrend und Anna Holeczy glichen zum 8:8 aus. (27.).

Nach der Pause folgte die stärkste Phase der Germania, als Kathleen Nepolsky und Krüger ihr Team mit 13:10 (40.) in Führung warfen. Bis zum 18:16 (50.) durch Lieber behauptete Fritzlar den Vorsprung, hatte aber in der Defensive gegen die Schlagwürfe von Dreier und das starke Eins-gegen-Eins der erst 16-Jährigen Seidel keine Mittel.

Während Nele Mertens zum 18:18 ausglich (55.), ging der Germania auf der Zielgeraden die Luft aus. Erst setzte Linksaußen Nepolsky einen Gegenstoß über das Tor, dann vergab Rechtsaußen Holeczy frei von Außen. Die Gäste hingegen zogen auf 20:18 (58.) davon und besiegelten somit die zweite Saisonniederlage der SVG-Handballerinnen.

HNA Online /// MM /// Foto: Hahn