Geduld ist gefragt für SV Germania Fritzlar in Blomberg

Das hat den Domstädterinnen gut getan: Das souveräne 33:21 in Netphen, womit die Handballerinnen des SV Germania Fritzlar Kraft für den Endspurt der 3. Liga West beginnend mit der schwierigen Aufgabe bei der HSG Blomberg-Lippe II (Sa. 17 Uhr) getankt haben.

Xenia Ahrend © Hahn

Denn die Bundesliga-Reserve ist gleich nach Spitzenreiter HSV Solingen-Gräfrath (516) die Torfabrik der Liga. 513 Treffer sind dem Team von Trainer Björn Piontek bereits gelungen und damit 73 mehr als der Germania. Federführend dafür verantwortlich sind Munia Smits (95), Nele Franz (83), Cara Reiche (73) und Ndidi Agwunedu (50.).

Die Rückraumspielerinnen Smits, die jüngere Schwester von Nationalspielerin Xenia, Franz sowie Linksaußen Agwunedu haben schon einen Bundesliga-Vertrag in der Tasche. Agwundu rückte zuletzt für die verletzte Nationalspielerin Franziska Müller ins Erstliga-Aufgebot. Möglich, dass eines oder mehrere der Top-Talente gegen Fritzlar fehlen, weil die HSG parallel im Oberhaus beim Thüringer HC gefordert ist.

„Blomberg hat eine hohe Passgenauigkeit, das müssen wir im Ansatz unterbinden und gut in der Deckung stehen. Schnelle Gegentore sind verboten“, betont SVG-Coach Lucky Cojocar. Umgekehrt erwartet der ehemalige rumänische Nationalspieler eine unbequeme 3:2:1-Deckung, die seinem Team läuferisch alles abverlangen wird. Klare Vorgabe: Auf Chancen warten, geduldig die Angriffe zu Ende spielen und klug Eins-gegen-Eins-Duelle suchen.

Das gelang beim Hinspiel fast 57 Minuten lang. Mit 31:22 dominierte das Cojocar-Team, ehe es sich in 170 Sekunden noch fünf Treffer einschenken ließ. Im Vergleich dazu kann die Germania nun aber variabler agieren. Besonders Maria Kiwa, der bei den jüngsten zwei Siegen 15 Tore gelangen, und die flexible Xenia Ahrend, die sich zuletzt ebenso wie Spielmacherin Esther Meyfarth angeschlagen durchbiss, drängen sich momentan im Rückraum auf. Melina Horn (Fußverletzung) fehlt weiterhin.

HNA Online /// Sebastian Schmidt /// Foto: Hahn

Oberliga: Derby der Kriselnden im Zeichen des Abstiegskampfes

Das Oberliga-Derby zwischen den Handballerinnen des SV Germania Fritzlar II und der SG 09 Kirchhof II am Sonntag um 16 Uhr in der KHS-Halle Fritzlar lockt.

Um ihre Chance auf den Klassenerhalt zu wahren, brauchen die Gastgeberinnen unbedingt einen Sieg. Kirchhof muss gewinnen, um nicht in den Abstiegsstrudel hineingezogen zu werden. Wir hörten uns in beiden Lagern um:

SV Germania Fritzlar II

Keine Frage, die Domstädterinnen stecken in einer Krise. Seit elf Partien wartet das Team von Trainer Gunnar Kliesch auf einen Sieg. Wobei vor allem die Verletztenmisere der Germania zu schaffen macht, denn ohne Johanna Fischer, Jana Hoppe und Sarah Oschmann fehlt im Rückraum die Durchschlagskraft. Hier mühten sich in den vergangenen Wochen Hannah Grothnes, Maxie Hauschild und Theresa Werner zumeist vergebens.

Nur schwer zu halten: Fritzlars Maxie Hauschild soll aus dem Rückraum für Torgefahr sorgen.© Pressebilder Hahn

Dennoch zeigt zumindest die Formkurve des Oberliga-Aufsteigers nach oben. „Wille und Einsatzbereitschaft stimmen“, sagt der Fritzlarer Trainer. So unterlag das Team zuletzt nur knapp. Im Derby gegen Böddiger fiel die Entscheidung in den Schlussminuten. „Uns unterlaufen zu viele technische Fehler, so dass wir die Spiele noch wegschenken“, erklärt Kliesch.

Gegen Kirchhof soll das diesmal nicht passieren. „Die SG ist in der Breite gut besetzt, hat eine starke Deckung und eine gute zweite Welle“, warnt der SVG-Coach. Neben Nina Suchy und Luisa Fischmann im Tor kann er wohl erneut auf die Katja Zeller setzen. Auch die reaktivierte Nadine Frank sorgte in der 6:0-Deckung zuletzt für mehr Stabilität.

SG 09 Kirchhof II

Das Juniorteam präsentierte sich zuletzt als launische Diva. Couragierten Auftritten wie beim 24:19-Erfolg in Wiesbaden stehen ernüchternde Leistungen in eigener Halle gegenüber. So unterlag die Denk-Sieben Schlusslicht Sulzbach und enttäuschte vergangenes Wochenende beim 17:25 gegen Wettenberg auf ganzer Linie. Noch droht Kirchhof kein Abstiegskampf, doch das Team sollte den Schalter möglichst bald umlegen. Ansonsten sind die guten Ergebnisse der Hinrunde bald verspielt. „Wir sind in der Pflicht und müssen unbedingt punkten“, weiß auch SG-Coach Martin Denk.

Im Angriff agierte die SG zuletzt zu statisch, allein Elisa Führ sorgte im Rückraum mit Einzelaktionen für Torgefahr. Auch die starken Außen Andra Lucas und Lea Immelnkämper kamen kaum zum Zug. Während Deborah Spatz und Marie Herwig aus der zweiten Reihe die Durchschlagskraft fehlte und auch Sandra Kühlborn unter ihren Möglichkeiten blieb

Am Kreis und in der Abwehr gesetzt: Kirsten Bänfer, die ein enges Spiel erwartet.© Richard Kasiewicz

„Wir brauchen eine bessere Stimmung, mehr Emotionen und mehr Kampf“, fordert Spielmacherin Führ. Ohne diese Tugenden dürfte im Derby kaum zu bestehen sein. „Fritzlar braucht unbedingt Punkte. Das wird eine ganz andere Partie als noch im Hinspiel“, warnt SG-Kapitänin Kirsten Bänfer.

HNA Online /// Marcel Glaser /// Foto: Hahn, Richard Kasiewicz

SV Germania Fritzlar in Netphen treffsicher wie nie in dieser Saison

So treffsicher waren sie in dieser Saison noch nicht: Mit 33:21 (16:11) haben die Handballerinnen des SV Germania Fritzlar beim TVE Netphen gewonnen.

Durch den zweiten Auswärtssieg in Serie untermauerten die Domstädterinnen den zweiten Platz in der 3. Liga West. „Dieser hohe Sieg tut uns gut, weil wir bedingt durch die vielen kranken und angeschlagenen Spielerinnen nur sehr dosiert trainieren können und improvisieren müssen. Wir haben die richtigen Lehren aus dem Hinspiel gezogen“, sagte SVG-Coach Lucky Cojocar. Im Vergleich zum Remis in Fritzlar wusste seine Mannschaft 50 Minuten voll zu überzeugen und lag lediglich einmal zurück. Beim 2:3 durch Elena Sturm (11.), nachdem die Gäste etwas zu pomadig agiert hatten und ihnen zu Beginn nur zwei Treffer gelungen waren.

Durchgetankt: So wie hier gegen Bonn setzte sich Fritzlars Maria Kiwa (am Ball) in Netphen in Szene. © Pressebilder Hahn

Das holten die Domstädterinnen schnell nach. Angetrieben von der wieder genesenen Regisseurin Esther Meyfarth sammelte besonders Maria Kiwa weiter Pluspunkte. Die 23-Jährige toppte ihre starke Vorstellung vom 27:26 in Leverkusen und hat in diesen zwei Partien mit insgesamt 15 Toren fast so häufig getroffen wie zuvor in 15 Spielen (20). „Maria war bissig in der Abwehr, hat per Schlagwurf über den falschen Fuß und mutig durch die Lücken getroffen. So zahlt sie das Vertrauen eindrucksvoll zurück“, lobte Cojocar die Nummer 28, die bis auf Weiteres die verletzte Melina Horn auf Halbrechts ersetzt.

Fritzlar findet Lösungen

Kiwa krönte den 5:0-Lauf Fritzlars zum 7:3 (18.), womit die Gäste den Grundstein zum souveränen Sieg legten. Ein Pfund war ebenso Torfrau Lea Gürbig, bei der ihr Trainer 14 Paraden notierte. Somit konnte Partnerin Vanessa Maier ebenso wie Hannah Puntschuh geschont werden. Netphen stellte mehrfach um, doch Fritzlar hatte immer die passende Antwort.

Als der TVE mit zwei Kreisläuferinnen angriff, verteidigte Fritzlar sicher. Der Versuch mit einer siebten Feldspielerin hatte das 16:11 durch Kiwas Treffer ins leere Tor zur Folge. Auch die Umstellung von einer offensiven auf eine 6:0-Abwehr beendete nicht den Sturmlauf der Domstädterinnen vornehmlich über die zweite Welle. Bis dahin hatte etwa Kreisläuferin Luisa Krüger kluge Lösungen gefunden.

Fritzlar: Maier, Gürbig (14 Paraden/21 Gegentore), Dietrich, Holeczy 2, Huck 6/4, Ahrend 4, Lorenz 1, Meyfarth 4, Duknauskaite 3, Dreyer 1, Kiwa 8, Krüger 4.

SR: Hochstein/Wiedenmann. Zuschauer: 152.

Siebenmeter: 4/4:4/4. Zeitstrafen: 8:4-Minuten.

HNA Online /// Sebastian Schmidt /// Foto: Hahn

TSV Eintracht Böddiger feiert Derbysieg im Kellerduell

„Derbysieger, Derbysieger“: Die Oberliga-Handballerinnen des TSV Eintracht Böddiger tanzten ausgelassen auf dem Parkett der Felsberger Stadtsporthalle, während die Spielerinnen des SV Germania Fritzlar II enttäuscht zurückblieben.

Die Edertalerinnen verschafften sich durch den 28:24 (14:12)-Erfolg gegen den Lokalrivalen etwas Luft im Abstiegskampf. Nach der zwölften Saisonniederlage haben die Domstädterinnen nur noch theoretische Chancen auf den Klassenerhalt.

Jubelkreis: Der TSV Eintracht Böddiger feierte sich nach dem 28:24 gegen den SV Germania Fritzlar II. In der Mitte sind Anne Kühlborn (Nummer 11) und Kathleen Nepolsky zu sehen. © Pressebilder Hahn

Dabei fiel die Entscheidung spät. Theresa Werner hatte beim 23:23 (55.) noch für die Germania II ausgeglichen. Doch Julia Hasper, Sabrina Weiß und Anne Kühlborn sorgten mit drei Toren beim 26:23 (58.) für Klarheit. „Wir haben im Spielaufbau zu viele technische Fehler gemacht und unsere Chancen nicht konsequent genutzt“, sagte SVG-Coach Gunnar Kliesch.

Böddiger hingegen trotzte gleich mehreren Rückschlägen. Neben Kreisläuferin Nora Minhöfer (44., dritte Zeitstrafe) war zuvor Linksaußen Kathleen Nepolsky (40.) verletzt ausgeschieden. Und in der hektischen Schlussphase verletzte sich auch noch Rückraumspielerin Anne Kühlborn am Knie. „Das hat uns noch enger zusammen rücken lassen“, sagte Fiona Eberhardt. Das Talent war nach Minhöfers Disqualifikation nicht nur am Kreis eingesprungen, sondern hatte zuvor auch schon zusammen mit Christin Schene im Mittelblock die 6:0-Abwehr der Eintracht organisiert. „Fiona hat das richtig gut gemacht“, lobte TSV-Trainerin Lena Hildebrandt.

Dabei erwischte Fritzlar den besseren Start und führte dank der gut aufgelegten Rechtsaußen Nina Albus und Nadine Frank über 4:2 (8.) mit 7:5 (15.). Dann aber steigerte sich Böddiger, wobei die SVG-Defensive vor allem mit den Übergängen von Weiß an den Kreis nicht zurechtkam. „Das hat richtig gut funktioniert“, freute sich Trainerin Hildebrandt.

Zudem fand auch Torfrau Katja Frommann immer besser ins Spiel. Und so hatten sich die Edertalerinnen beim 18:15 (36.) durch Weiß erstmals etwas abgesetzt. Weil aber Katja Zeller im SVG-Tor ihrer Gegenüber in nichts nachstand und der Eintracht im Angriff einfache Fehler unterliefen, kam die Kliesch-Sieben zurück ins Spiel. Alina Küster sorgte vom Kreis für den 22:22-Ausgleich (53.). Zu mehr reichte es aber nicht. „Wir haben immer dagegen gehalten und gekämpft. Zum Schluss hat uns die Cleverness gefehlt“, sagte Kliesch.

Böddiger: Frommann (12 Paraden/23 Gegentore), Dippel (bei einem 7 m, 0/1), Eren, Wagner 2, Hasper 1, Eberhardt 3, Kühlborn 4, Minhöfer 2, Gondermann, Schene 8/3, Weiß 5, Giese, Nepolsky 3.

Fritzlar II: Fischmann (4/12), Zeller (8/11), Suchy (0/2), Hauschild 3, Küster 2, Alter, Naumann 2, Frank 3, Grothnes 3, Albus 9/4, Bachmann, Oschmann, Werner 2, Bücker.

SR: Kaiser/Paul. Zuschauer: 120.

Siebenmeter: 3/3:4/4. Zeitstrafen: 8:6 Minuten.

Rot: Minhöfer (44.,3 Zs.).

HNA Online /// Marcel Glaser /// Foto: Hahn

Vor Spiel in Netphen: Vier Fragezeichen für Fritzlar

Da waren es nur noch sechs: Sechs Spiele haben die Handballerinnen des SV Germania Fritzlar in der 3. Liga West noch vor sich. Sechs Chancen, den zweiten Platz zu festigen, um bereit zu sein, falls Spitzenreiter HSV Solingen-Gräfrath schwächeln sollte. Zunächst gilt es für die Domstädterinnen beim abstiegsbedrohten TVE Netphen (Sa. 17 Uhr).

Lea Gürbig© Pressebilder Hahn

„Ich erwarte, dass wir mit breiter Brust auflaufen und zeigen, dass wir aus dem Hinspiel unsere Lektion gelernt haben“, betont SVG-Coach Lucky Cojocar. Denn beim 20:20 in Fritzlar leistete sich die Germania einen Ausrutscher. Beinahe wäre dem Team aus dem Kreis Siegen-Wittgenstein in Nordrhein-Westfalen sogar eine Sensation gelungen, weil Netphen mit 14:8 führte und in letzter Sekunde per Siebenmeter hätte gewinnen können. Doch Lea Gürbig parierte.

Auf die 24-Jährige kommt erneut viel Verantwortung zu. Beim 27:26 bei Bayer Leverkusen II spielte sie bis auf zwei Siebenmeter durch. Jetzt ist ungewiss, inwieweit ihre Kollegin Vanessa Maier (Mittelohrentzündung) einsatzfähig ist. Das ist eines von vier Fragezeichen. Auch die Kreisläuferinnen Hannah Puntschuh und Luisa Krüger sowie Außen Bibiana Huck sind erkrankt. Zudem fehlen Rückraumspielerin Melina Horn (Fußverletzung) und Talent Nele Bittdorf (Abiprüfungen) weiterhin. Gut für Fritzlar, dass Regisseurin Esther Meyfarth wieder fit ist und etwa die Rückraumkräfte Vilte Duknauskaite sowie Maria Kiwa aufsteigende Form haben.

„Netphen spielt lange Angriffe, deswegen müssen wir uns viel bewegen“, betont Cojocar. Der TVE hat seit dem 16. Februar (20:32 beim VfL Oldenburg II) kein Spiel bestritten und verlor zuletzt vier Partien in Folge. Mit Franziska Haupt (Knieverletzung) fehlt dem Drittletzten im Abstiegskampf die Haupttorschützin. Zu beachten sind jetzt Kreisläuferin Alisa Goos, die beiden Halben Hannah Kania (links) sowie Elena Sturm und Außen Melina Immel.

HNA Online /// Sebastian Schmidt /// Foto: Hahn

Böddiger ist im Derby leicht favorisiert

Felsberg – Es knistert wieder in der Felsberger Stadtsporthalle. Denn das Derby zwischen dem TSV Eintracht Böddiger und dem SV Germania Fritzlar II (Sa. 17 Uhr) lockt.

Wirbelwind auf dem rechten Flügel: TSV-Linkshänderin Sophie Wagner ist vor allem im Tempogegenstoß kaum zu bremsen.© Richard Kasiewicz

Seit dem 39:33-Erfolg im Hinspiel gewannen die Domstädterinnen keine Partie mehr. Bei einer Pleite dürfte der Abstieg fast nicht mehr zu verhindern sein, während Böddiger mit einem Sieg den Anschluss ans Mittelfeld schaffen kann

Tor

Mit der erfahrenen Katja Frommann und der jungen Denise Dippel besitzt die Eintracht ein Torhütergespann, das sich bestens ergänzt, aber häufig zu unbeständig agiert. Aber auch Fritzlar ist mit Luisa Fischmann und der talentierten Nina Suchy sehr gut aufgestellt. Kleiner Vorteil Fritzlar

Außen

Mit Nina Albus und Merle Bücker stehen SVG-Coach Gunnar Kliesch zwei gute Außen zur Verfügung. Während Bücker auch im Gegenstoß Akzente setzt, ist Albus vor allem aus dem Positionsangriff gefährlich. Böddiger ist auf den Flügeln variabler aufgestellt. Weiterhin sind Sophie Wagner, Filiz Eren und die bundesliga-erfahrene Kathleen Nepolsky deutlich dynamischer als die Fritzlarer Flügelzange. Vorteil Böddiger

Rückraum

Die personellen Möglichkeiten von Eintracht-Trainerin Lena Hildebrandt im Rückraum sind limitiert. Hier ragen vor allem die reaktivierte Christin Schene und Torjägerin Anne Kühlborn hervor. Ebenso wichtig ist Spielmacherin Sabrina Weiß. Individuell hat Fritzlar Nachteile, ist aber deutlich breiter besetzt. Wichtige Aktivposten sind Regisseurin Hannah Grothnes und die wurfgewaltigen Maxie Hauschild. Der Ausfall von Jana Hoppe (Knie) und Johanna Fischer (schwanger) schmerzt. Kleiner Vorteil Böddiger

Kreisläufer

Mit Alina Küster haben die Domstädterinnen eine starke Kreisläuferin. Zudem konnte Kliesch zuletzt auf die Unterstützung von Luisa Krüger aus dem Drittliga-Team bauen. Bei Böddiger ist Nora Minhöfer auf sich allein gestellt, Sina Dieling (krank) fehlt.Vorteil Fritzlar

Abwehr

Die Defensive zählt nicht zu den Stärken beider Teams. Mit 451 Gegentoren stellt Fritzlar die schlechteste Abwehr der Liga, knapp gefolgt von der Eintracht, die 442 Gegentore kassierte. Ausgeglichen

Angriff

Ohne die Leistungsträgerinnen Fischer und Hoppe fehlt der SVG-Offensive die Durchschlagskraft. Die Felsbergerinnen hingegen stellen den viertbesten Angriff der Liga, vor allem Kühlborn und Schene sind kaum zu bremsen. Zudem läuft der Gegenstoß über die schnellen Außen. Vorteil Böddiger

Prognose: In eigener Halle behält Böddiger die Oberhand und gewinnt 31:26.

HNA Online /// MM /// Foto: Richard Kasiewicz

Germania Fritzlars Rumpfteam feiert Erfolg in Leverkusen

Was machte eine Mannschaft, die mit Torfrau Vanessa Maier, Regisseurin Esther Meyfarth und Rückraumspielerin Melina Horn kurzfristig auf drei Leistungsträgerinnen verzichten muss?

Deren Trainer Lucky Cojocar ebenfalls erkrankt kaum ein Wort ans Rumpfteam richten kann? Die nach drei sieglosen Partien ohnehin nicht vor Selbstvertrauen strotzt? Im Falle des Handball-Drittligisten SV Germania Fritzlar: Sie gewinnt das Wiederholungsspiel der West-Staffel bei Bayer Leverkusen II mit 27:26 (12:10).

Starke Vorstellung: Maria Kiwa gelangen beim 27:26 in Leverkusen sieben Tore für Fritzlar. © Pressebilder Hahn

„Hut ab, wie die Mädels mit dieser Extremsituation umgegangen sind. Dadurch hat sich der Einspruch für uns gelohnt“, sagte der Sportliche Leiter Steffen Schmude. Da Borussia Dortmund II mit 32:34 gegen den TV Oyten unterlag, sind die Domstädterinnen wieder Tabellenzweiter.

Wenig verwunderlich war’s ohne zusätzlich Nele Bittdorf (anstehende Abiturprüfungen) allerdings ein Erfolg mit Anlauf. Denn nach sechs Minuten lag die Bundesliga-Reserve mit 4:1 vorn. Konsequenz: Luisa Krüger, ebenfalls erkältet mitgereist, verstärkte die Abwehr. Im Mittelblock sorgten Janina Dreyer und Vilte Duknauskaite für Sicherheit. Die Litauerin, die im Sommer ihre Karriere beendet, zeigte sich zudem treffsicher. Mit drei Toren sorgte die Halblinke für den schnellen Ausgleich zum 5:5 (10.).

Ahrend setzt Akzente

Das ermutigte Maria Kiwa auf Halbrechts als Ersatz für Horn (Fußverletzung) ebenfalls Gas zu geben. „Maria hat endlich mal durchgezogen“, sagte Schmude mit Blick auf die Vorstellung der 23-Jährigen, der erstmals sieben blitzsaubere Treffer für die Domstädterinnen gelangen. Über 9:7 (25., Xenia Ahrend), 13:10 (31., Kiwa) und 20:16 (41. Ahrend) setzte sich Fritzlar angetrieben von der emsigen Spielmacherin Ahrend vorentscheidend ab.

Allerdings: Bayer gab sich nicht geschlagen und verkürzte nach dem verwandelten Siebenmeter von Bibiana Huck zum 26:22 (51.) federführend durch Mareike Thomaier (7/3) und Dana Gruner (5/1) noch einmal. SVG-Torfrau Lea Gürbig hielt mit drei wichtigen Paraden den Vorsprung fest. 20 Sekunden vor Schluss gelang Spielmacherin Thomaier das 26:27. Dann nahm Cojocar eine letzte Auszeit. Die Vorgabe: Den Ball nicht mehr verlieren. Das gelang. Fritzlar kam zwar nicht mehr aus der eigenen Hälfte, wurde aber von der Schlusssirene erlöst.

Fritzlar: Fischmann (bei einem 7 m), Gürbig (1.-60.), Dietrich 1, Holeczy, Huck 6/4, Ahrend 5, Puntschuh 1, Lorenz, Duknauskaite 5, Dreyer 1, Kiwa 7, Krüger 1.

SR: Sakovski/Schneider. Zuschauer: 75.

Siebenmeter: 5/4:4/4. Zeitstrafen: 2:4-Minuten.

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Zweite Chance für SV Germania Fritzlar bei Bayer Leverkusen

Ein Phantomtor macht’s möglich: Ein Treffer, der keiner war, bedingt das Wiederholungsspiel in der 3. Handball-Liga West zwischen Bayer Leverkusen II und dem SV Germania Fritzlar (So. 13 Uhr).

Erwartet eine Steigerung: Fritzlars Trainer Lucky Cojocar.© Pressebilder Hahn

Somit sind also ausgerechnet die Domstädterinnen am Wochenende sportlich im Einsatz, während die meisten Handball-Vereine frei haben, um Karneval zu feiern. Gleichwohl ist’s eine günstige Gelegenheit, um Boden gutzumachen. Mit Blick auf das 26:27 im ersten Vergleich in Leverkusen, der annulliert wurde. Und mehr noch nach 15 Tagen in denen der Germania-Express ins Stocken geriet und womöglich die Meisterschaft verspielt hat.

Denn nach sieben Siegen in Serie und insgesamt 21:3-Punkten setzte es zuletzt drei Rückschläge: Das 20:20 gegen Hauptkonkurrent HSV Solingen-Gräfrath (nach 18:14 nach 48 Minuten), das 25:28 beim TV Oyten (nach 25:25 nach 57 Minuten) und das 25:28 gegen den BVB II nach einem 23:21-Vorsprung (49.). Fünf mehr oder minder leichtfertig verschenkte Punkte, die Trainer Lucky Cojocar im mentalen Bereich ansiedelt.

SVG in Bestbesetzung

„Wir können es besser. Aber wir dürfen uns halt keine Nachlässigkeiten leisten und müssen immer cool im Kopf bleiben.“ Auch bei der annullierten Partie standen sich die Fritzlariennen lange selbst im Weg und lagen zu Beginn mit sechs Toren zurück. In Bestbesetzung erwartet Cojocar von seiner Mannschaft jetzt viel Laufarbeit. Denn die Außen Dana Gruner (links) und Jule Polsz generieren viel Gefahr über die erste Welle und gehen laut Cojocar ab wie Raketen. Im Rückraum bietet Bayer mit Mareike Thomaier, Sophia Cormann und Jennifer Kämpf drei treffsichere Top-Talente auf, die zudem variabel einsetzbar sind und neben Auslösehandlungen pfiffige Täuschungen in ihrem Repertoire haben.

„Wir müssen den Kampf wieder annehmen. Zweimal in Folge 28 Gegentore sind zu viel“, betont der SVG-Coach. Zwar ist er Leverkusen dankbar für die zweite Chance und zollt besonders Vereins-Ikone Renate Wolf Respekt, aber ein viertes siegloses Spiel in Serie mit der Germania wäre für den erfahrenen Handball-Lehrer inakzeptabel.

HNA Online /// Sebastian Schmidt /// Foto: Hahn

Folgenschwerer Einbruch: SVG-Reserve verliert nach 13:9-Pausenführung mit 22:23

Fritzlar – Oberliga-Aufsteiger Germania Fritzlar II muss einen weiteren Rückschlag im Abstiegskampf hinnehmen. Gegen die HSG Wettenberg unterlag das Team von Trainer Gunnar Kliesch trotz einer 13:9-Pausenführung in eigener Halle mit 23:24.

Nimmt Maß: die Fritzlarerin Merle Bücker (vorn), die hier Katharina Till (HSG) überläuft. © Pressebilder Hahn

Dabei hatte die Germania so gut begonnen. „Unsere Abwehr war stabil, im Angriff hatten wir ein gutes Tempo und haben unsere Spielzüge diszipliniert ausgespielt“, sagte Kliesch. Über 6:6 (18.) und 9:7 (24.) hatten sich die Domstädterinnen so bis zur Pause einen komfortablen Vorsprung herausgespielt.

Nach der Pause aber lief beim Gastgeber nur noch wenig zusammen. „Wir sind komplett eingebrochen“, ärgerte sich Kliesch. Beim 17:17 (43.) durch Svenja Pohl hatte Wettenberg erstmals ausgeglichen. Im Angriff war nun Spielmacherin Hannah Grothnes auf sich allein gestellt, während ihre Mitspielerin zu zögerlich agierten. Dazu agierte die Germania nun völlig verunsichert und lud den Gegner durch technische Fehler zu einfachen Toren ein. Das Torhütergespann Luisa Fischmann/Nina Suchy blieb zumeist auf sich alleingestellt.

Dennoch blieb die Partie lange offen. Nadine Franks Treffer zum 20:19 (48.) markierte allerdings die letzte Führung der Germania. Die Drittliga-erfahrene Linksaußen Toni Schuldt und Rena Münch brachten Wettenberg beim 21:20 (50.) in Führung. Bis zum 23:23 durch Maxie Hauschild (57.) blieb die Partie offen. Doch nach einer Zeitstrafe gegen Frank zeigte Schuldt vom Punkt keine Nerven und erzielte mit ihrem achten Treffer den 24:23-Endstand.

Die Germania hat nun zwei Wochen Zeit, die Niederlage zu verarbeiten, bevor am 9. März das Derby gegen Böddiger lockt. „Da müssen wir definitiv eine andere Einstellung zeigen“, fordert SVG-Coach Kliesch, dessen Team nun schon vier Punkte Abstand zu einem Nichtabstiegsplatz hat.

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Germania Fritzlar II zum Siegen verdammt

Fritzlar. Die Handballerinnen des SV Germania Fritzlar II müssen gegen die HSG Wettenberg (So., 16 Uhr, Sporthalle der KHS Fritzlar) unbedingt gewinnen, um in der Oberliga weiter eine Chance auf den Klassenerhalt zu haben. Bei einer Niederlage würde die HSG bis auf sechs Punkte davonziehen.

„Wir sind uns der Wichtigkeit dieser Partie voll bewusst“, erklärt SVG-Trainer Gunnar Kliesch. Der Übungsleiter warnt vor allem vor Wettenbergs Spiel mit den Kreisläuferinnen Svenja Pohl und Stephanie Schön: „Sie stellen sehr gute Sperren und sorgen immer wieder für Lücken“. Diese wissen besonders Spielmacherin Rena Münch (35 Tore) und Halbspielerinn – Larissa Kraft (25) zu nutzen. Ebenfalls gefährlich ist das Tempogegenstoßspiel. Dem will Kliesch mit einer defensiven 6:0-Deckung um Maxie Hausschild und Nadine Frank im Mittelblock begegnen. Außerdem soll das Team mit Linksaußen Hannah Grothnes schnell in den Gegenstoß kommen.
„Wir brauchen die Tore aus der ersten und zweiten Welle,“ weiß Fritzlars Trainer. Denn: Im Positionsangriff erwartet die Domstädterinnen eine großgewachsene 6:0 Deckung, die nur schwer zu überwinden sein wird.

HNA Print /// 22.02.19 /// MM /// Pressefoto B. Hahn

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