Vanessa Maier erfreut sich an der Verzweiflung der gegnerischen Schützinnen

Die Frage lautet: „Worin besteht bloß die Faszination, sich 60 Minuten lang die Bälle um die Ohren fliegen zu lassen und ab und zu mal einen zu halten?“ Die Antwort gibt Vanessa Maier: „Ich liebe es, die Gegenspieler zu ärgern, wenn sie an mir verzweifeln.“

An der Torfrau des SV Germania Fritzlar sind in fast acht Jahren 3. Liga reihenweise Schützinnen verzweifelt, avancierte die Pädagogin in vielen Spielen zur Matchwinnerin. Drum könnte es sein, dass außerhalb der Domstadt die ein oder andere Spielerin aufatmet, weil sie mit nur 26 Jahren ihre Karriere beendet.

Keine Angst vor großen Namen: Vanessa Maier pariert hier den entscheidenden Siebenmeter gegen Kirchhofs Ausnahmekönnerin Diana Sabljak, durch den Fritzlar das Derby im März 2017 mit 27:26 gewann. © Pressebilder Hahn

Warum nur so früh? Warum nach einer Saison, in der sie so wertvoll für ihre Mannschaft war wie vielleicht noch nie? „Weil künftig meine Prioritäten woanders liegen.“ Bei ihrer beruflichen Entwicklung nämlich. Vanessa Meier arbeitet Vollzeit als Erzieherin in Lenderscheid und studiert parallel „Soziale Arbeit“ Kassel. Dort mussten die Samstagsseminare bisher regelmäßig ohne die Torfrau stattfinden, die versichert: „Jetzt werde ich mich aufs Studium konzentrieren.“

Unter Gernot Weiss in der 2. Liga

Als zweimalige Drittliga-Meisterin, wobei der Titel von 2016 der „Schönere“ war, „denn den konnten wir so richtig genießen.“ Das i-Tüpfelchen für sie wäre der Aufstieg in die 2. Liga gewesen, auf den der Verein aber verzichtete.

Trotzdem sammelte Vanessa Maier Erfahrung im Unterhaus. Unter Trainer Gernot Weiss nämlich, in der Saison 2010/2011. Als A-Jugendliche, die 2009 mit 16 Jahren von ihrem Heimatverein ins Handball-Internat nach Bad Wildungen gewechselt war. Entdeckt von Susanne Bachmann bei einem Länderpokal-Turnier in Hamm.

Dazu wäre es wohl nie gekommen, wäre die Schwarzwälderin nicht in einem C-Jugendspiel der HSG Schramberg im Tor für ihre verletzte Mannschaftskameradin eingesprungen – und dort geblieben. Für Vanessa Maier eine gute Entscheidung: „Das war besser so, denn im Feld war ich keine Granate.“

Zwischen den Pfosten schon, auch wenn schließlich der Sprung in die 1. Liga bei der HSG Bad Wildungen unter Tessa Bremmer nicht gelang. Noch einen Versuch gibt‘s wohl nicht, obwohl Trainer Cojocar ihr das durchaus zutrauen würde: „Sie hat das Zeug dazu.“ Gemeint ist ihr „exzellentes Stellungsspiel“, mit dem sie Größennachteile (1,74m) wettmacht. Genauso wie Maiers Reaktionsschnelligkeit und ihr Antizipationsvermögen, auf das sie sich aufgrund ihrer Erfahrung immer mehr verlassen konnte. Und Futter für die eigenen Angreiferinnen gab‘s auch – in Form von zentimetergenauen Tempogegenstoßpässen.

Auch die machten Vanessa Maier beliebt und berüchtigt. Und waren schließlich untrennbarer Teil der Faszination Handball-Torfrau zu sein.

HNA Online /// Ralf Ohm /// Foto: Hahn

SV Germania Fritzlar ist nach 2016 wieder Drittliga-Meister

Die zweite Meisterschaft in der 3. Liga Ost ist perfekt: Nach 2016 sind die Handballerinnen des SV Germania Fritzlar erneut das Maß aller Dinge.

Die Erleichterung ist riesengroß. Das befreiende Gefühl, nicht mehr warten zu müssen, bis endlich eine Entscheidung fällt im Bezug auf die 3. Ligen. Denn es war schon eine arg kuriose Situation, dass die 1. und 2. Ligen der Frauen am 18. März abgebrochen wurden – und es fast fünf Wochen dauerte, ehe Klarheit herrscht, dass der SV Germania Fritzlar als Meister der 3. Liga Ost feststeht.

Grund zur Freude: Die Handballerinnen des SV Germania Fritzlar – hier nach dem Sieg gegen die TSG Eddersheim – sind Meister der 3. Liga Ost. © Pressebilder Hahn

„Das ist die gesündeste Lösung“, betont SVG-Coach Lucky Cojocar mit Blick auf die Gesamtsituation. Und schiebt nach: „Die Mannschaft hat es sich durch einen unbändigen Willen verdient“. 29:7-Punkte und 458:384-Tore sind das Maß aller Dinge. Macht in Summe ein Quotient von 161,1, mit dem sich die Domstädterinnen den Platz an der Sonne vor der TSG Eddersheim (158,8/29:7-Zähler) und der HSG Gedern/Nidda (158,8/23:9) sicherten.

„Das ist die erfolgreichste Saison unserer Vereinsgeschichte. Wir können zwei Meisterschaften feiern“, frohlockt der Sportliche Leiter Steffen Schmude, nachdem sich die Reserve vorzeitig den ersten Platz in der Landesliga sicherte. Mit dem Unterschied, dass Fritzlar II den Sprung in die Oberliga wagt, während das finanzielle Risiko eines möglichen Aufstiegs in die 2. Liga (noch) zu groß ist und die Germania bereits vor drei Wochen erklärte, keine Lizenz dafür zu beantragen.

Domstadt-Cup noch nicht abgesagt

Sämtliche Feierlichkeiten liegen aufgrund des Kontaktverbots auf Eis. „Das holen wir umso mehr nach, wenn wir es dürfen“, betont Schmude. Und denkt dabei auch an die Verabschiedungen von Esther Lieber, Vanessa Maier und Lorena Lorenz, deren Karrieren nun beendet sind. Dennoch stehen die Kader weitgehend mit jeweils 13 Spielerinnen für beide Frauen-Teams und die neue A-Jugend. Noch nicht abgesagt ist indes der Domstadt-Cup, der für den 15./16. August geplant ist.

HNA Online /// Sebastian Schmidt /// Foto: Hahn

Keine Lizenz für die 2. Liga beantragt: SV Germania Fritzlar bleibt drittklassig

Die Handballerinnen des SV Germania planen weiter drittklassig. Und haben sich entschieden, keine Lizenz für die 2. Handball-Bundesliga zu beantragen.

Dabei hätten sie mit dieser Entscheidung noch Zeit gehabt, weil die Meldefrist für alle Oberligisten in Richtung 3. Liga und alle Drittligisten mit Aufstiegschancen auf den 15. Mai verlängert wurde. „Im Gesamtpaket ist die 2. Liga in der Zeit der Corona-Pandemie für uns nicht zu stemmen. Die Sponsorensuche gestaltet sich nun um Klassen schwerer, so dass wir unseren wirtschaftlichen Rahmen auf die 3. Liga angelegt haben“, sagt der Sportliche Leiter Steffen Schmude.

Bleibt mit Fritzlar drittklassig: Kreisläuferin Luisa Krüger© Pressebilder Hahn

Team und Trainer verzichten auf Geld

Das ist unabhängig davon, ob die für Fritzlar offenen vier Saisonspiele noch über die Bühne gehen oder nicht. Mit 29:7-Punkten bei 458:384-Toren ist das Team von Trainer Lucky Cojocar Spitzenreiter der Ost-Staffel. Das letzte Heimspiel gegen die TS Herzogenaurach müsste in Gensungen oder Gudensberg ausgetragen werden, weil der Germania wegen Renovierungsarbeiten in Fritzlar für die kommenden Monate keine eigene Halle zur Verfügung steht.

In der Krisenzeit hat das Team derweil ein ganz starkes Zeichen gesetzt. Rückwirkend für den halben Monat März und bis auf Weiteres verzichten Trainer, die Spielerinnen und Physiotherapeuten vollständig auf die vertraglich vereinbarten Gelder. „Da wird gerade echter Teamgeist bewiesen. Mit so einer Mannschaft und so einem Verein können wir uns glücklich schätzen und jede Krise überstehen“, erklärte der 1. Vorsitzende Klaus-Peter Hauser.

Schon 26 Spielerinnen für beide Teams

In den Kaderplanungen für die 3. Liga und die Oberliga nach dem geschafften Aufstieg der zweiten Mannschaft sind die Domstädterinnen sehr weit. Nachdem Kreisläuferin Luisa Krüger nun auch ihre Zusage für ein weiteres Engagement gegeben hat, sind nach den Neuzugängen Paula Küllmer, Alena Breiding (beide Kirchhof) und Anamaria Puda (eigene Reserve) 13 Akteurinnen fix – ebenso viele wie für die zweite Mannschaft, die Melina Horn übernimmt.

Kompensiert werden müssen die Abgänge von Torfrau Vanessa Maier, Kapitänin Esther Lieber (beide Karriereende) und Kreisläuferin Lorena Lorenz, deren Aushilfe sicher endet. „Das sind drei Kanten, die uns wegbrechen. Der neue Kader muss sich erst finden“, sagt Schmude, der in allen Bereichen auf mehr Durchlässigkeit hofft. Dann erstmals mit einer A-Jugend, die sich der Qualifikation zur Oberliga stellen soll. Trainer wird wie berichtet Harald Birk. Ein Gros dieser Talente reifte bislang in der B-Jugend von Eintracht Baunatal.

Das sind Hoffnungsschimmer für die Zeit nach Corona. Denn nachdem Fritzlar 2016 als Meister auf die 2. Liga verzichtete und sich diese Geschichte jetzt unter anderen Vorzeichen wiederholen könnte, weiß Schmude: „Noch mal können wir das nicht bringen. Sollten wir wieder Meister werden, wagen wir das Abenteuer 2. Liga. Sonst wären wir unglaubwürdig.“

HNA Online /// Sebastian Schmidt /// Foto: Hahn

Esther Lieber hat tolle Handball-Karriere in Fritzlar beendet

Eine große Karriere in Diensten des SV Germania Fritzlar ist beendet. Esther Lieber hat beim Tabellenführer der 3. Handball-Liga Ost aufgehört.

Mit Kim Naidzinavicius, der Kapitänin der deutschen Frauen-Nationalmannschaft und des amtierenden Meisters SG BBM Bietigheim, spielte sie zusammen in der Junioren-Nationalmannschaft. Mit der HSG Bad Wildungen stieg sie 2009 in die 2. Liga und 2011 in die 1. Liga auf. Und mit dem SV Germania Fritzlar wurde Esther Lieber 2016 Drittliga-Meisterin. Ein Erfolg, der sich in diesem Jahr wiederholen könnte. Doch in Zukunft müssen die Domstädterinnen auf die Dienste ihrer Spielmacherin und Abwehrchefin verzichten.

So hoch flog in Fritzlar nur Esther: Spielmacherin Lieber trifft hier unwiderstehlich für ihre Germania gegen Eddersheim. © Pressebilder Hahn

„Ich gehe mit einem lachenden und einem weinenden Auge“, betont die 29-Jährige. Und hat es sich nicht leicht gemacht ihre vorbildliche Karriere zu beenden. Obwohl sie auch in dieser Runde zweitliga-taugliche Vorstellungen bot und für sie die Germania „wie eine kleine Familie ist.“ Doch berufliche Verpflichtungen und private Pläne gewannen das Duell mit dem geliebten Sport.

Abwehrstarkes Talent nahm Tipps an

Ähnliche Argumente waren es, die sie 2012 unter ihrem Mädchennamen Meyfarth aus Bad Wildungen in die Domstadt führten. Denn bei der HSG war sie in der Abwehr eine Bank. Hielt den Shooterinnen Cristina Mihai und Sabine Heusdens den Rücken frei. Von den Assen schaute sie sich ebenso Kniffe im Angriff ab wie von Ruta Latakaite und Kathrin Hanke. „Ich habe alles aufgenommen. Vor allem im mentalen Bereich, um in kritischen Situation die Ruhe zu bewahren“, blickt Lieber zurück.

Feierte mit Bad Wildungen zwei Aufstiege: Esther Lieber (r., hier mit Cristina Mihai am 23. Januar 2010 zu sehen). Foto: Richard Kasiewicz

Tipps im Angriff waren ebenfalls willkommen. Denn in die Junioren-Nationalmannschaft schaffte sie es als Linksaußen, kam erst bei den Frauen über die Halb-Positionen auf Rückraum-Mitte. „Esther ist zu einer kompletten Spielerin gereift. In ihrer Art ist sie total uneitel und hat unsere jüngeren Spielerinnen ruhig und besonnen geführt“, betont Fritzlars Sportlicher Leiter Steffen Schmude. Dabei lebte sie ihre aus Bad Wildungen antrainierte Professionalität stets vor. Verpasste in ihrer Laufbahn nur eine Handvoll Spiele, obwohl sie mehrfach angeschlagen war.

Mit Freundinnen gespielt – und aufgehört

Auf die Zähne biss sie auch deshalb, weil sie stets Freundinnen an ihrer Seite wusste. Mitspielerinnen, mit denen sie in der Jugend beim Nachbar-Klub ausgebildet wurde. Und mit denen sie mit Fritzlar stets zur Spitzengruppe der 3. Liga zählte. Federführend Melina Horn, Lorena Lorenz, Bibiana Huck, Vilte Duknauskaite und Vanessa Maier. Passend, dass bis auf Duknauskaite und Huck alle jetzt gemeinsam aufhören.

Apropos Maier. Die Torfrau parierte auch neben der Platte sehenswert. Denn nicht nur Nudeln essen zählte für die scheidende Abwehrchefin zur optimalen Spielvorbereitung, auch die Haare mussten sitzen. Und da waren Zöpfe die erste Wahl. Vanessa Maier hat’s hier drauf. „Wer sagt, dass er keine Marotten hat, der lügt“, betont Esther Lieber augenzwinkernd. Künftig muss sie sich andere helfende Hände suchen. Einen neuen Zeitvertreib. Auf Tennis freut sie sich zum Beispiel.

Als Leichtathletin mit Carolin Schäfer gereift

Bis 2007 fuhr Esther Meyfarth zweigleisig. Und war auch talentiert in der Leichtathletik. Spezialgebiet Mehrkampf. Schwerpunkt Sprung und Sprint. Hoch, weit, Hürden. Unter Trainerin Erika Keller schaffte sie es für den TV Friedrichstein bis in die hessische Spitze. Und wollte sich sogar bei den Deutschen Meisterschaften beweisen. Das verhinderte eine Leistenverletzung.

Bei diesen Titelkämpfen ging dafür der Stern ihrer Teamkollegin auf. Der nationale Durchbruch für Carolin Schäfer. Denn mit der Vize-Weltmeisterin von 2017 im Siebenkampf reifte sie jahrelang gemeinsam beim TVF. Und nicht nur das: Schäfer hätte es ebenso weit im Handball bringen können und spielte mit Meyfarth zusammen im Nachwuchsbereich der HSG Bad Wildungen/Friedrichstein/Bergheim. „Der Aspekt, sich Ziele als Team zusammen zu erarbeiten und zu erreichen, hat mir in der Leichtathletik gefehlt“, erklärt Esther Lieber, warum sie sich letztlich für den Handball entschied.

Zur Person

Esther Lieber (29), wurde im baden-württembergischen Bad Friedrichshall geboren, wuchs in Bad Wildungen auf, wo sie weiterhin lebt. Als Handballerin reifte sie bei der HSG Bad Wildungen/Friedrichstein/Bergheim und wurde mit Bad Wildungens A-Jugend 2004 Dritte bei der Deutschen Meisterschaft. 2011 wechselte für ein halbes Jahr zu Borussia Dortmund, ging im Sommer 2012 zurück zur HSG und trägt seit 2012 das Trikot des SV Germania Fritzlar. Seit Sommer 2019 ist sie mit Fußball-Trainer Simon Lieber verheiratet. Gebürtig heißt sie Meyfarth und hat drei ältere Brüder. Die studierte Betriebswirtin arbeitet als Projektmanagerin.

HNA Online /// Sebastian Schmidt /// Foto: Hahn und Richard Kasiewicz

Alena Breiding und Paula Küllmer verstärken den SV Germania Fritzlar

Das sind zwei wichtige Mosaiksteine in den Planungen des SV Germania Fritzlar. Torfrau Paula Küllmer und Rückraumspielerin Alena Breiding wechseln im Paket im Sommer vom Handball-Zweitligisten SG 09 Kirchhof zum Tabellenführer der 3. Liga Ost.

„Ich erhoffe mir mehr Spielzeit und freue mich auf die neue Herausforderung, die ich gesucht habe“, erklärt Küllmer, die in einer Woche ihren 21. Geburtstag feiert. Trotz ihres jungen Alters hat die Torhüterin bereits fünf Jahre Erfahrung im Frauenbereich in 2. und 3. Liga. Ebenso wie bei der SG 09 setzt die Körlerin, deren Bruder Tom bei Landesligist MSG Körle/Guxhagen spielt, auf den Faktor „Team im Team“. Und möchte mit Lea Gürbig ebenso harmonieren, wie sie es aus Kirchhof kennt und wie Gürbig es mit Vanessa Maier tut. Wie berichtet wird Maier ihre Karriere beenden.

Bleiben zusammen am Ball: Alena Breiding (l.) und Paula Küllmer, die beide nach Fritzlar wechseln. © Richard Kasiewicz

Für frischen Wind im Rückraum soll Alena Breiding sorgen. Die 23-Jährige hat nun zwei Jahre 2. Liga in Kirchhof zu bieten, nachdem sie bis 2017 bei ihrem Heimatverein TSV Vellmar reifte und 2017/18 für die HSG Plesse/Hardenberg drittklassig spielte. „Mit dieser Erfahrung möchte ich Fritzlar helfen“, betont die Rechtshänderin, die vor allem in der Abwehr zuletzt immer stärker wurde und zudem 46 Saisontore erzielte. Ein guter Grund für ihren Wechsel war das Gespräch mit SVG-Coach Lucky Cojocar, der große Hoffnungen in sie setzt.

HNA Online /// Sebastian Schmidt /// Foto: Richard Kasiewicz

SV Germania Fritzlar II kehrt souverän in die Oberliga zurück

Das war eine Meisterleistung. Eine fast perfekte Runde mit 16 Siegen aus 18 Spielen bei nur einer Niederlage. Die direkte Rückkehr des SV Germania Fritzlar II in die Handball-Oberliga der Frauen als mit fünf Punkten Vorsprung bestes Team der Landesliga Nord.

„Ehrgeiz, Wille und Einsatz waren herausragend. Nachdem wir in einer exzellenten Vorbereitung athletisch die Voraussetzungen geschaffen hatten, konnten unserem Tempospiel niemand in der Klasse standhalten“, erklärt SVG-Coach Gunnar Kliesch. In jeder Einheit habe er mindestens zwölf Spielerinnen zur Verfügung gehabt, so dass er auch in den Partien häufig aus dem Vollen schöpfen und ohne Qualitätsverlust durchwechseln konnte.

Strahlen um die Wette: Die Handballerinnen des SV Germania Fritzlar II als Meister der Landesliga mit (hintere Reihe v. l.) Sarah Oschmann, Spielführerin Theresa Werner, Laura Stockschläder, (2. Reihe von hinten) Meike Naumann, Bianka Virag, Alina Küster, Laura Israel, Anamaria Puda (2. Reihe von vorn) Svenja Tampe, Lena Alter, Merle Bücker, Chantal Reimbold, Paula Bachmann, Hannah Grothnes, Katja Zeller, Charleen Krause und (vorn) N ina Albus, Nina Suchy, Luisa Fischmann. Es fehlen Trainer Gunnar Kliesch, Betreuerin Sandra Römer und Physiotherapeut Mirco Kilian. © SV Germania Fritzlar II

Angefangen im Tor, wo die erst 18-jährige Nina Suchy gerade bei schnellen Abschlüssen der Gegner parierte und dank ihrer starken Reflexe ein tolles Duo mit Katja Zeller bildete. Der 35-Jährigen, die jahrelang unter ihrem Mädchennamen Bode drittklassig für die Domstädterinnen spielte und von Kliesch bereits als 16-Jährige nach ihrem Wechsel aus Felsberg trainiert wurde. Zeller glänzte als Erste-Welle-Pass-Spielerin mit ihren Harpunen, die von Lena Alter, Merle Bücker und Hannah Grothnes bevorzugt verwandelt wurden.

Torgefahr von allen Positionen

Die 20-jährige frühere Hessenauswahl-Spielerin reifte in dieser Serie vom Talent zur Führungsspielerin. Und freundet sich perfekt mit ihrer neuen Position an. Denn in Kirchhof war Grothnes vor allem Linksaußen, jetzt führt sie Regie auf Rückraummitte. „Die Verantwortung trage ich gern und habe Spaß daran, Entscheidungen zu treffen“, betont das Energiebündel, das lieber die Mitspielerinnen einsetzt, anstatt selbst abzuschließen. Das hat eine ausgeglichene Bilanz in der Torjägerliste zur Folge.

„Auf allen Positionen gefährlich zu sein ist wertvoller, als das sich der Gegner nur auf eine Top-Spielerin konzentrieren muss“, betont Kliesch. Lediglich die Halblinke Chantal Reimbold liegt als Zehnte mit 110 Treffern in den Top Ten. Dahinter verteilen sich ein Großteil der 615 und damit durchschnittlich 34,17 Treffer auf Rechtsaußen Nina Albus (106/46), Spielmacherin Grothnes (85), Rückraumhoffnung Anamaria Puda (63), die jetzt fest in die erste Mannschaft aufrückt, und Linksaußen Lena Alter (55).

Aus zwei Spielen zog die Drittliga-Reserve die richtigen Konsequenzen. Heilsame Wirkung hatte vor allem die einzige Niederlage. Das 32:33 nach 17:10-Führung bei der TSG Dittershausen. „Da war eine gewisse Überheblichkeit zu spüren. Danach haben die Mädels jedes Spiel noch ernster genommen“, sagt Kliesch. Mit der Folge, dass sein Team die TSG im Rückspiel mit 38:22 deklassierte und dabei satte 62 Angriffe fuhr.

Noch mehr Spaß hatte die junge Mannschaft am Spitzenspiel in Vellmar. „Das haben wir ordentlich gewuppt“, blickt Regisseurin Grothnes auf die 36:28-Gala kurz vor Weihnachten. Spätestens da war klar: Fritzlar II lässt sich auf dem Weg zurück in die Oberliga nicht beirren. Und bleibt fast geschlossen zusammen. 13 Akteurinnen haben für die kommende Runde zugesagt. Lediglich Zeller, Naumann, Küster und Hoppe gehen, ehe Melina Horn als Trainerin übernimmt. „Wir haben das Zeug, um uns zu behaupten. Steigern müssen wir uns besonders in der Abwehr“, weiß Grothnes.

HNA Online /// Sebastian Schmidt /// Foto: SVG

AKTUELLE INFORMATION ZU 3. LIGA UND JBLH

DHB setzt Spielbetrieb fürs kommende Wochenende aus / Weiteres Vorgehen wird am Freitag abgestimmt

Der Deutsche Handballbund hat am heutigen Donnerstag den Spielbetrieb in der 3. Liga und der Jugend-Bundesliga Handball (JBLH) für das kommende Wochenende 13. bis 15. März ausgesetzt.

In den verschiedenen Staffeln haben zahlreiche Vereine bereits Spiele wegen direkten oder indirekten Kontakts mit dem Coronavirus absagen müssen. Zudem haben vielerorts die zuständigen Behörden zur Eindämmung des Coronavirus weitreichende Maßnahmen ergriffen.

Über das weitere Vorgehen wird das Präsidium des Deutschen Handballbundes am morgigen Freitag bei einer Sitzung in Magdeburg beraten. Eine Information zu Ergebnissen folgt zeitnah.

Quelle: LINK

Auswirkung Coronavirus: Spielbetrieb wird eingestellt – Saison beendet

Beendigung des Spielbetriebs für Hessen mit Wirkung

Freitag, 13.03.2020 um 12.00 Uhr

Bedingt durch die aktuellen und rasanten Entwicklungen zum Thema Coronavirus, Schließung von Ländergrenzen, Schließung von Hallen und Schulen, Quarantäne von Mannschaften, Infektionen von Spieler/innen in Hessen sowie den Aussagen der Gesundheitsbehörden, dass die Spitze der Entwicklung bezüglich Infektionsquantität für April bis Mitte Mai erwartet wird, hat das Präsidium des Hessischen Handball-Verbandes nach ausführlicher Beratung einstimmig folgende Beschlüsse gefasst:

Der Spielbetrieb für alle Klassen und auf allen Ebenen in Hessen wird zum
Freitag, den 13.03.2020 ab 12.00 Ihr eingestellt

und damit für die Spielrunde 2019/20 beendet.

Die Auf- und Abstiegsregelungen zur und für die folgende Spielrunde 2020/21 werden mit dem Tabellenstand der jeweiligen Spielklasse vom Freitag, den 13.03.2020 gewertet.

Die Qualifikation der Jugend zur Hallenrunde 2020/21 wird durch das Ressort Jugend entsprechend neu geordnet und allen Beteiligten bekannt gegeben.

Alle Maßnahmen, wie Traineraus- und Weiterbildung, Stützpunkt und Lehrgänge der Auswahlmannschaften, Schiedsrichterlehrgänge und Schiedsrichterversammlungen oder andere Lehrveranstaltungen etc sind ab Freitag, den 13.03.2020 bis auf Weiteres ausgesetzt.

Das Präsidium des Hessischen Handball-Verbandes hat sich diese Entscheidungen nicht leicht gemacht, da es dadurch sicherlich zu Verzerrungen und empfundenen Benachteiligungen aus dem Spielbetrieb kommen kann. Wir sind jedoch der Auffassung, dass in dieser, durch höhere Gewalt und äußeren Einwirkungen verursachten, besonderen Lage wir diese Entscheidungen aus sportlichen Erwägungen und aus der Fürsorgepflicht des Verbandes für die Gesundheit aller treffen müssen.

Für den Hessischen Handball-Verband ist die Gesundheit unserer Spieler/innen, Mitarbeiter und Zuschauer primär vor allen möglichen finanziellen Einbußen oder anderen Einwendungen und hat für uns oberste Priorität.

Gunter Eckart (Präsident) Josef Semmelroth (Vizepräsident) Günter Dörr (Geschäftsführer)

Quelle: LINK

SV Germania Fritzlar bangt um Vanessa Maier und Janina Dreyer

Jetzt beginnt der Endspurt. Die heiße Phase im Kampf um die Meisterschaft der 3. Handball-Liga Ost der Frauen. Am Samstag (15 Uhr) gastiert Spitzenreiter SV Germania Fritzlar beim Tabellenvierten TSG Ketsch II.

Und kann im Vergleich zur Konkurrenz vorlegen. Denn während die Saison bis zum 26. April geplant ist, sind die Domstädterinnen eine Woche früher fertig und haben eine Partie mehr absolviert. Noch stehen die Vergleiche mit dem Tabellenvierten Ketsch, gegen TS Herzogenaurach (29. März), in Markranstädt (4. April) und in Ober-Eschbach (19. April) an. Bis dahin, nämlich bis zum 15. April, haben die Domstädterinnen Zeit, eine mögliche Lizenz für die 2. Bundesliga zu beantragen.

Einsatz fraglich: Wegen einer Mandelentzündung musste Vanessa Maier zuletzt kürzertreten. © Pressebilder Hahn

Rein sportlich ist die Sache klar: Siegt die Germania viermal, ist sie nach 2016 zum zweiten Mal Meister. „Ich will alle Spiele gewinnen. Wir schauen nur auf uns“, erklärt SVG-Coach Lucky Cojocar. Wohlwissend, dass er weiterhin improvisieren muss. Nachdem Kapitänin Esther Lieber nach einer Knieverletzung ihre Karriere vorzeitig beenden musste (wir berichteten), drohen auch Torfrau Vanessa Maier, die im Sommer ebenfalls aufhört, und Janina Dreyer erkrankt auszufallen.

Luisa Krüger fehlt

Möglicherweise ist für Luisa Krüger zudem die Serie gelaufen. Die Kreisläuferin hat sich am Sprunggelenk verletzt und konzentriert sich auf ihr Abitur. Auch deshalb winken den aufstrebenden Talenten Hannah Berk und Anamaria Puda mehr Spielanteile.

Deutlich mehr Möglichkeiten haben die Gastgeberinnen, die aus einem Pool von 25 Spielerinnen wählen – und nach Bedarf auf Kräfte aus dem Erstliga-Team zurückgreifen können. Das verdankt Ketsch einer besonderen Durchlässigkeit, weil Adrian Fuladdjusch bis zum Sommer beide Mannschaften trainiert. Taktisch baut Fuladdjusch auf eine 3:2:1-Deckung, so dass Fritzlar viel in Bewegung sein muss. „Auf unsere Übergänge kommt es an, denn Ketsch arbeitet auch mit Kreuzungen“, weiß Cojocar. Dessen Mannschaft sich bereits mit einem Remis vorzeitig einen der ersten drei Plätze sichern würde.

Fanbus nach Ketsch

Fritzlar setzt zum Spiel nach Ketsch einen Fanbus ein, der um 10 Uhr vom Parkplatz der König-Heinrich-Schule abfährt. Anmeldungen an Steffen Schmude Tel: 0173-9913571.

HNA Online /// Sebastian Schmidt /// Foto: Hahn

Bitter: Esther Lieber und Vanessa Maier hören bei Germania Fritzlar auf

Dem SV Germania Fritzlar steht ein Umbruch bevor. Nach Melina Horn beenden auch Torhüterin Vanessa Maier und Spielmacherin sowie Abwehrchefin und Kapitänin Esther Lieber ihre Karrieren beim Tabellenführer der 3. Handball-Liga Ost.

„Es ist sehr bitter, dass ich jetzt so aufhören muss. Aber die Entscheidung steht“, erklärt Lieber. Die 29-Jährige hatte sich am 23. Februar im Spiel beim SV Union Halle-Neustadt II (20:16) am Knie verletzt. Am Freitag wurde sie am Meniskus von Dr. Christian Gröll operiert. Seit 2012 zählte Lieber (ehemals Meyfarth) zu den SVG-Assen, nachdem die gebürtige Baden Württembergerin in Bad Wildungen reifte und dort ebenso wie beim BVB jeweils ein halbes Jahr in der 1. Liga spielte. Das Gesamtpaket aus Beruf und Privatleben gab den Ausschlag, aufzuhören. Tennis und Fitness stehen aus sportlicher Sicht nach der Reha in Liebers Fokus.

Fliegt nicht mehr für Fritzlar: Esther Lieber hat ihre erfolgreiche Handball-Karriere beendet. © Pressebilder Hahn

Unabhängig voneinander schließt sich der Kreis mit Maier zeitgleich, denn beide waren 2012 aus der benachbarten Kurstadt gewechselt und wurden zuvor mit der Bad Wildunger A-Jugend Dritter im Final Four um die Deutsche Meisterschaft. „Ich habe sehr viel investiert für den Handball. Jetzt reicht es“, betont die Torfrau aus Ungedanken, die bereits mit drei Jahren im Verein begann. Priorität genießt nun ihr Fernstudium der Sozialen Arbeit in Kassel, dass sie in zwei Jahren abschließen möchte. Daneben widmet sich die 27-Jährige künftig vermehrt Reisen und der Familie.

Puntschuh verlängert, Puda rückt auf

Gleichwohl würde Vanessa Maier ihre Karriere nur allzugern mit der zweiten Meisterschaft nach 2016 beenden. „Das wäre das I-Tüpfelchen.“ Mit Xenia Ahrend, Janina Dreyer, Lea Gürbig, Bibiana Huck, Lena Dietrich und Hannah Puntschuh, die auch verlängert hat, bleiben sechs Akteurinnen von damals an Bord. Anamaria Puda rückt fest in die erste Mannschaft auf. Bis zu vier Neuzugänge stoßen hinzu. „Obwohl die Abgänge schmerzen, gehen wir den Umbruch optimistisch an“, betont der Sportliche Leiter Steffen Schmude.

HNA Online /// Sebastian Schmidt /// Foto: Hahn

SV Germania Fritzlar festigt Tabellenspitze der 3. Liga Ost souverän

Da waren es nur noch vier! Nach dem 28:22 (12:10)-Erfolg der Handballerinnen des SV Germania Fritzlar über die HSG Kleenheim-Langgöns haben die Domstädterinnen im Meisterschaftsrennen der 3. Liga Ost vier Spieltage vor Schluss alle Trümpfe in der Hand.

Es war das Duell zweier arg vom Verletzungspech gebeutelter Mannschaften. Kleenheims Trainer Marc Langenbach standen gerade einmal neun Feldspielerinnen zur Verfügung und auch SVG-Coach Lucky Cojocar musste noch den kurzfristigen Ausfall von Kreisläuferin Louisa Krüger verkraften, die im Abschlusstraining umgeknickt war.

Auf und davon: Fritzlars Linksaußen Lena Dietrich (am Ball) erzielt hier einen ihrer sechs Treffer. Kleenheims Stina Karlsson bleibt nur die Zuschauerrolle. © Pressebilder Hahn

Dementsprechend nervös agierten beide Seiten zu Beginn. Über 0:2 (5.) und 4:6 (18.) lief die Germania bis zum 5:8 (21.) einem Rückstand hinterher. Weil dem neuformierten Rückraum mit Anamaria Puda, Maria Kiwa und Janina Dreyer zunächst die Durchschlagskraft fehlte. Allzu häufig versuchte es das Trio durch die Mitte, anstatt das Spiel breit zu machen und auch die beiden Außen Bibiana Huck und Lena Dietrich einzubinden.

Maria Kiwa dreht auf

Dann aber steigerten sich die Gastgeberinnen. Weil Kiwa plötzlich aufdrehte, sowohl im Eins-gegen-Eins und auch per Schlagwurf erfolgreich war. Und vor allem Dietrich auf Linksaußen immer wieder zum Abschluss kam. Bibiana Huck vom Punkt vollendete einen 4:0-Lauf zur 9:8-Führung (26.). „Wir mussten uns in das Spiel reinkämpfen“, gab Lorena Lorenz zu. „Im Angriff hat uns zunächst die Tiefe gefehlt und wir haben zu wenig Druck gemacht“, analysierte die SVG-Kreisläuferin.

Nach der Pause lief es indes bei den Domstädterinnen. Da steigerte sich die 6:0-Deckung mit Kiwa und Dreyer im Mittelblock und ließ vor allem die bundesliga-erfahrene Spielmacherin Stina Karlsson kaum noch zum Zug kommen. Dazu war Vanessa Maier im Tor ein ums andere Mal zur Stelle.

Zwischenspurt zum 17:13

Die Folge: Ein 5:2-Zwischenspurt zum 17:13 (40.), das Kiwa besorgte. Die Vorentscheidung blieb aber aus, weil sich die Fritzlarerinnen in der Offensive zu viele Fehler erlaubten. Als Kleenheims Ann-Sophie vom Hagen zum 22:23 (53.) verkürzte, drohte es noch einmal eng zu werden. Doch mit einem 6:0-Lauf beseitigte die Germania alle Zweifel am Sieg.

Ein Sonderlob von Cojocar verdiente sich dabei die 19-jährige Puda, die mit drei Treffern glänzte. „Sie hat ihre Sache heute sehr gut gemacht“, sagte der SVG-Coach, der mit dem Auftritt seiner Mannschaft sehr zufrieden war: „Wir haben immer einen kühlen Kopf behalten und gute Lösungen gefunden.“

Fritzlar: Maier (14 Paraden/21 Gegentore), Gürbig (bei einem 7m, 0/1) – Dietrich 6, Holeczy 1, Huck 3/3, Lorenz 3, Grothnes, Berk 1, Nepolsky 1, Puda 3, Dreyer 2, Kiwa 8.

Kleenheim: Hahn (10/24), Buhlmann (40.-48., 0/4) – Dietz, Barnusch 2, Schorradt 3, vom Hagen 2, Fischer, Kiethe 1, Karlsson 7/4, Kneller 6, Winkes 1.

SR: Bittner/Casselmann. Zuschauer. 144

Siebenmeter: 3/3:4/4. Zeitstrafen: 2:8 Minuten.

HNA Online /// Marcel Glaser /// Foto: Hahn

TSV Wollrode verlangt SV Germania Fritzlar II im Derby alles ab

Der Favorit wankte, aber er fiel nicht. Und setzte sich schließlich erwartungsgemäß durch. Der TSV Wollrode lieferte im Derby der Handball-Landesliga Spitzenreiter SV Germania Fritzlar II einen harten Kampf, musste sich aber mit 33:36 (18:17) geschlagen geben.

„Ich bin stolz auf die Leistung meiner Mannschaft. Sie hat bis zum Umfallen gekämpft. Am Ende waren Kleinigkeiten spielentscheidend“, lobte TSV-Trainerin Margret Schmidt ihr Team, das auf die etatmäßigen Spielmacherinnen Janina Friedrich (beruflich verhindert) und Laura Schmieling (krank) verzichten musste.

Blockversuch: Die Fritzlarerin Chantal Reinbold (l.) streckt sich in dieser Szene vergeblich gegen den Wurf von Wollrodes Anna Ködel, beobachtet von Fabienne Huy und Svenja Lachnit (r.). © Richard Kasiewicz

Auch Gäste-Trainer Gunnar Kliesch zollte den Gastgeberinnen seinen Respekt: „Wollrode hat stark gespielt. Vor allem das Spiel über Bianka Bartalos haben wir nie unter Kontrolle bekommen.“ Allerdings: Sein eigenes Team habe sich davon nicht aus dem Konzept bringen lassen und den Kampf angenommen.

Zeitstrafen als Knackpunkt

Besonders in einer ausgeglichenen ersten Halbzeit, als die Gastgeberinnen beim 12:9 (17.) davon zu ziehen drohten, die SVG jedoch kühlen Kopf bewahrte und durch Hannah Grothnes kurz vor dem Halbzeitpfiff auf 18:17 (30.) verkürzte. Diese hauchdünne Führung verteidigte Wollrode bis zur 43. Minute, ehe die Domstädterinnen die Partie durch einen Doppelschlag von Merle Bücker und einen Treffer von Marleen Krause zum 27:28 drehten. Knackpunkt der Partie: Zeitstrafen von Anna Ködel und Lena Klotzsche. Die nutzten die Gäste, um von 30:29 (50.) auf 34:31 (56.) wegzuziehen.

Zudem fand Torhüter-Routinier Katja Zeller nun ihren Rhythmus und hielt mehrere Bälle. Das war zu viel für die Blau-Weißen und die Germania rettete den Sieg über die Zeit. Durch diesen Erfolg fehlen Fritzlar II nur noch drei Punkte zur Meisterschaft.

HNA Online ///  Moritz Minhöfer /// Foto: Richard Kasiewicz

Im Hessenderby ist Kampf gefragt – Fritzlar muss Esther Lieber ersetzen

Im Hessenderby der 3. Liga Ost strehen die Handballerinnen des SVG Fritzlar vor einer besonderen Herausforderung: Sie müssen gegen die HSG Kleenheim-Langgöns (So. 17 Uhr, KHS-Sporthalle) Esther Lieber ersetzen.

Nein, eine besondere Begegnung ist die Partie zwischen den Drittliga-Handballerinnen des SV Germania Fritzlar und der HSG Kleenheim-Langgöns (So. 17 Uhr, KHS-Sporthalle) für SVG-Trainer Lazar Constantin Cojocar nicht mehr. Und dies, obwohl der A-Lizenzinhaber von 2011 bis 2017 Trainer der Mittelhessinnen war und mit der HSG 2016 auch den Aufstieg in die 2. Liga feierte.„Das war eine schöne Zeit, aber von damals ist kaum noch eine Spielerin im Kader“, sagt Cojocar. Nur Rückraumspielerin Tanja Schorradt und Katharina Weber liefen noch unter dem heutigen Fritzlarer Coach auf. Weber droht für das Hessen-Derby mit muskulären Problemen auszufallen. Das wäre ein herber Rückschlag für die Gäste, weil sie sowohl im Angriff als auch im Innenblock der Kleenheimer 6:0-Deckung eine tragende Rolle einnimmt.

Soll statt Esther Lieber die Fäden im SVG-Angriff ziehen: Luisa Krüger (links).© Pressebilder Hahn

Aber auch ohne die Kreisläuferin hat die HSG reichlich Qualität im Kader. Kopf der Mannschaft ist die schwedische Spielmacherin Stina Karlsson, die schon für Metzingen in der Bundesliga spielte. Dazu kommt mit der beim Thüringer HC ausgebildeten Rechtsaußen Lisa-Marie Kiethe eine schnelle Flügelspielerin. Auch die eigene Jugend wird immer besser in das Drittliga-Team integriert. Vor allem die groß gewachsene Linkshänderin Celina Rüspeler sorgte im rechten Rückraum und als Weber-Vertretung im Innenblock zuletzt für Furore.

„Das wird ein Kampfspiel, indem die Abwehrreihen entscheiden werden“, prognostiziert SVG-Coach Cojocar. Schon im Hinspiel trennten sich beide Seiten 19:19. Dazu müssen die Domstädterinnen den Ausfall von Spielmacherin Esther Lieber kompensieren (Meniskusriss). „Sie war mein verlängerter Arm und der Kopf der Mannschaft. Sie ist nicht zu ersetzen“, sagt Fritzlars Trainer über die Regisseurin.

In die Bresche springen müssen erneut Janina Dreyer und Maria Kiwa. Auf Liebers Position im Angriff dürfte zunächst Luisa Krüger rücken. Denkbar wäre aber auch, dass Bibiana Huck in den rechten Rückraum wechselt und Kiwa auf die Mitte. Dann würde auf Rechtsaußen erneut Hannah Berk, die schon gegen Chemnitz einige starke Szenen hatte, wirbeln. In der Defensive könnten die junge Anamaria Puda oder Krüger Liebers Platz einnehmen. „Wir werden das Beste aus der Situation machen“, verspricht Cojocar trotz der angespannten Personal.

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SVG II Favorit im Nachbarduell beim TSV Wollrode

Es ist angerichtet: Am Samstag um 18 Uhr (Kreissporthalle Guxhagen) kommt es in der Handball-Landesliga der Frauen zum Derby zwischen dem TSV Wollrode und Spitzenreiter SV Germania Fritzlar II.

Kampf war Trumpf im Hinspiel: Hier kämpfen die Fritzlarerin Nina Albus (oben) und Helena Vaupel (TSV) um den Ball. Am Ende gewann der SVG II mit 31:26. Am Samstag gibt‘s ein Wiedersehen in Guxhagen.© Pressebilder Hahn

Wollrode

Das Team von Trainerin Margret Schmidt, das in der vorherigen Saison die stärkste Runde in der Vereinsgeschichte spielte, muss sich diese Serie etwas weiter hinten einordnen. Und ist dennoch nicht zu unterschätzen. Laura Schmieling und Janina Friedrich bilden ein kongeniales Rückraum-Duo, dazu kommt Bianka Bartalos eine wendige und gleichzeitig körperlich starke Kreisläuferin. Auf der rechten Seite sorgen Fabienne Huy und Linkshänderin Anna Ködel für Gefahr. In der Defensive überzeugt die 6:0-Deckung vor den starken Torfrauen Dominique Sawyer und Mareike Fehr. Zudem hat die Trainerin Coachin mit Helena Vaupel, Theresa Schneider, Svenja Lachnit und Lena Klotzsche spielstarke Alternativen.

Allerdings: Für das Nachbarduell ist Janina Friedrich (beruflich bedingt) fraglich. Mit der Meisterschaft hat das Schmidt-Team nichts mehr zu tun, kann aber noch Dritter werden. „Fritzlar ist ganz klar der Favorit, aber wir wollen uns natürlich so teuer wie möglich verkaufen“, sagt die Übungsleiterin.

Fritzlar

Die Drittliga-Reserve ist mit dem Ziel Aufstieg in die Saison gegangen und hat dieses bislang fast ohne Einbruch verfolgt. Einzig beim 33:34 gegen Dittershausenin der Hinrunde leistete sich die Mannschaft von Trainer Gunnar Kliesch einen Aussetzer, für den die Germania sich aber am letzten Wochenende mit einem 38:22 aber deutlich revanchierte.

Der größte Trumpf der Domstädterinnen ist ihr ungeheures Tempo. Hannah Grothnes sorgt auf der Mitte für mächtig Betrieb, dazu kommen im Rückraum mit Chantal Reimbold und Anamaria Puda zwei wurfstarke Halbspielerinnen, die durchLaura Stockschläder und Paula Bachmann gleichwertig ersetzt werden können. Stamm-Kreisläuferin Alina Küster fehlte zuletzt mit einem Fingerbruch, dafür sprang Winterneuzugang Laura Israel in die Bresche. Auch Außenpositionen und im Tor ist der Tabellenführer doppelt stark besetzt. Zur Meisterschaft fehlen der SVG nur noch drei Siege. Dennoch warnt Trainer Gunnar Kliesch vor dem Derby: „Wir müssen auf der Hut sein. Wollrode hat es im Hinspiel geschafft, unser Tempo mitzugehen.“

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Janina Dreyer nicht zu halten bei Fritzlars 21:16-Erfolg gegen Chemnitz

Die Handballerinnen des SV Germania Fritzlar haben die Tabellenspitze in der 3. Liga Ost verteidigt. Vor 150 Zuschauern besiegte das Team von Trainer Lazar Constantin Cojocar den HV Chemnitz mit 21:16 (10:8).

„Das Ergebnis ist heute zweitrangig. Mir war wichtig, jeder Spielerin Einsatzzeiten zu geben“, sagte SVG-Coach Cojocar. Der hatte bereits vor dem Anpfiff eine Hiobsbotschaft zu verkraften. Denn Fritzlars Regisseurin Esther Lieber fällt mit einem Meniskusriss länger aus und soll schon kommende Woche operiert werden.

Entwischt: Fritzlars Rückraumspielerin Maria Kiwa (am Ball) lässt hier die Chemnitzer Rechtsaußen Katarzyna Skoczynska stehen und erzielt einen ihrer sechs Treffer.© Pressebilder Hahn

Im Rückraum lag daher viel Verantwortung bei Maria Kiwa und Janina Dreyer. Die Domstädterinnen probierten es mit Luisa Krüger auf der Mitte, die zumeist an den Kreis auflöste. Zunächst fanden die Gastgeberinnen aber nicht in die Partie.

„Wir sind schleppend gestartet, haben zu viele Chancen liegen gelassen und uns für für die gute Abwehrleistung nicht belohnt“, erklärte Dreyer. So verlief die Partie über 3:3 (11.) und 6:6 (21.) zunächst ausgeglichen. Weil Chemnitz die Fritzlarer Unzulänglichkeiten und seine Chancen nicht zu nutzen wusste. Katarzyna Skoczynska traf nur den Pfosten und Lea Gürbig parierte einen Tempogegenstoß von Caroline Rosiak.

Erst jetzt lief es bei der Germania besser. Lorena Lorenz besorgte beim 8:7 (27.) die erste Führung, Maria Kiwa erhöhte wenig später auf 9:7 (29.) Und die erst 16-jährige Hannah Berk erzielte mit einem sehenswerten Treffer aus dem Rückraum die 10:8-Pausenführung. Wobei die Fritzlarerinnen auch vom „Aus“ der HVC-Torjägerin Laura Amtsberg profitieren, die nach einem Zusammenstoß nicht mehr weiterspielen konnte.

Nach Wiederanpfiff sorgten die SVG-Handballerinnen schnell für klare Verhältnisse. Beim 13:8 (43,) hatte sich Fritzlar erstmals klar abgesetzt. Vor allem die Defensive ließ nun kaum noch etwas zu.

Dazu drehten im Rückraum nun Dreyer und Kiwa auf. Vor allem Dreyer stieß mutig in die Lücken und suchte immer wieder den Abschluss, während Kiwa auch aus der zweiten Reihe für Torgefahr sorgte. Als Dreyer zum 19:11 (51.) traf, war die Partie entschieden. Das nutzte der SVG-Trainer dazu, auch den jungen Anamaria Puda und Hannah Grothnes ausgiebig Einsatzzeiten zu gewähren.

Dabei hätte der 17. Fritzlarer Saisonsieg noch deutlicher ausfallen können. Denn in der Schlussphase leistete sich die Germania einige Fehlabspiele und ließ mehrere gute Torchancen liegen. „Es waren ein paar technische Fehler zu viel, aber wir haben das souverän gelöst“, freute sich Cojocar.

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Frauen II Landesliga – Nord

Die Handballerinnen des SV Germania Fritzlar II sind weiterhin auf bestem Kurs im Hinblick auf die vorzeitige Meisterschaft in der Handball-Landesliga. In den zwei Begegnungen vom Wochenende überzeugte vor allem die Offensive der Domstädterinnen mit jeweils 38 Treffern.

SV Germania Fritzlar II – FT Fulda 38:27 (16:11)
Der Spitzenreiter ging von Beginn an ein hohes Tempo und schraubte die Führung über 7:4 (6. Minute) und 12:6 (15.) schnell in die Höhe. Dann wurde das Team von Trainer Gunnar Kliesch jedoch etwas unkonzentrierter, vor allem im Abschluss. Auch nach der Pause hielt der Gast weiter dagegen und verkürzte noch mal auf 21:25 (46.).
Dann zog Fritzlar aber nochmal an und machte schnell alles klar. „Wir haben zu viele Chancen liegen gelassen und auch in der Abwehr hat der letzte Biss gefehlt, aber für die ungewohnte Zeit am Freitag war es eine souveräne Leistung“, zog Kliesch Bilanz.
Tore SVG: Krause 1, Israel 5, Alter 2, Naumann 5, Reimbold 9, Stockschläder 6, Albus 6/1, Puda 4.

SV Germania Fritzlar II – TSG Dittershausen 38:22 (18)
Die Domstädterinnen wollten Revanche für die bisher einzige Niederlage der Saison. Mit einer extrem aggressiven 6:0 Deckung ließen Anamaria Puda und Co. Der TSG kaum Räume und stellten den Gast vor große Probleme. Auch nach dem Seitenwechsel spielte nur Fritzlar, da Dittershausen das hohe Tempo nicht mitgehen konnte. Ohne die starke Janina Landau im TSG-Tor wäre es noch deutlicher geworden.
Tore SVG: Grothnes 7, Krause 2, Alter 2, Naumann 1, Reimbold 8, Stockschläder 1, Albus 7/4, Bachmann 6, Israel 1, Puda 2, Werner 1.

Fritzlars Siegreiches Team vom Wochenende.

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SVG-Rückraumstrategin Esther Lieber braucht gegen Chemnitz Entlastung

„Wir sind der Favorit“, sagt Lazar Constantin Cojocar, Trainer der Drittliga-Handballerinnen des SV Germania Fritzlar, vor der Partie gegen den Tabellenneunten HV Chemnitz (So. 17 Uhr, König-Heinrich-Sporthalle). Und geht trotzdem nicht ohne Probleme in die Partie.

Nach der durchwachsenen Offensiv-Darbietung in Halle stand bei der Germania in dieser Woche vor allem das Wurftraining im Vordergrund. Aber auch an den Auslösehandlungen und den Sperren der beiden Kreisläuferinnen Lorena Lorenz und Luisa Krüger wurde gearbeitet, um seinem Team mehr taktische Möglichkeiten im Angriff an die Hand zu geben. Dort liegt die Verantwortung gerade in kritischen Situationen häufig noch allein bei Spielmacherin Esther Lieber, die gegen Chemnitz mit einem Magen-Darm-Infekt auszufallen droht.

Soll für mehr Druck aus dem Fritzlarer Rückraum sorgen: Janina Dreyer (l.), hier im (handfesten) Zweikampf mit Saskia Puhr (TSG Ketsch II).© Pressebilder Hahn

Gerade deshalb müssen im Rückraum mit Janina Dreyer und der wiedergenesenen Maria Kiwa nun andere Spielerinnen in die Bresche springen. Auch Anamaria Puda, die inzwischen fest zum Drittliga-Team der Domstädterinnen gehört, wird ihre Einsatzzeiten bekommen. Genauso wie die talentierte Hannah Berk

Chemnitz gewann nur eines seiner letzten fünf Spiele, hat aber dennoch ein komfortables Polster von fünf Punkten auf den ersten Abstiegsrang. Die Gäste setzen in der Defensive auf eine kompakte 6:0-Formation, aus der sie bei Ballgewinnen zügig in den Gegenstoß umschalten.

Für Treffer aus der zweiten Reihe ist vor allem die 1,84m große Polin Paulina Momot, die vor der Saison vom Zweitligisten Füchse Berlin zum HVC wechselte, gut. Aber auch die Halblinke Laura Amtsberg sorgt aus der Distanz für Torgefahr. „Sie fackelt nicht lange. Da müssen wir gut verschieben und schnell auf den Beinen sein“, fordert Cojocar. Dazu gilt es die erfahrene Kreisläuferin Stefanie Pruß in Schach zu halten, die bereits für Sachsen-Zwickau in der 2. Liga spielte.

Eine besondere Aufgabe wartet in der Defensive zudem auf Linksaußen Lena Dietrich, die es mit Katarzyna Skoczynska zu tun bekommt. „Sie hat einen guten Wurf, ihr dürfen wir nur ganz wenig Raum geben“, sagt Cojocar.

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Germania Fritzlar II sinnt gegen Dittershausen auf Revanche

Mit zwei Siegen kann der SV Germania Fritzlar II am Wochenende einen großen Schritt Richtung Meisterschaft in der Handball-Landesliga machen.

Verstärkung für den Spitzenreiter: Anamaria Puda (r.) kehrt ins Team der Germania zurück.© Pressebilder Hahn

SV Germania Fritzlar II – FT Fulda (Fr. 20 Uhr). In dem Nachholspiel sind die Domstädterinnen klarer Favorit. Zwar fehlen mit Spielmacherin Hannah Grothnes (Privat verhindert) und Kreisläuferin Alina Küster zwei wichtige Stammkräfte. Dafür ist mit Rückraumspielerin Anamaria Puda, die zuletzt in der Drittliga-Mannschaft zum Einsatz kam, eine Verstärkung im Rückraum wieder mit an Bord. Mit Torjägerin Hannah Bruhn (107 Tore) hat der Aufsteiger eine Ausnahmespielerin in seinen Reihen.

Fritzlar II – TSG Dittershausen (So. 14.15 Uhr). Mit der TSG haben die Domstädterinnen noch eine Rechnung zu begleichen. Die Dittershäuserinnen fügten dem Team von SVG-Trainer Gunnar Kliesch im Hinspiel die bislang einzige Saisonniederlage zu und siegten trotz zwischenzeitlicher Acht-Tore-Führung der Germania mit 33:32. „Wir dürfen einfach nicht den Fokus verlieren, egal wie es steht“, fordert Fritzlars Coach, der wieder auf Regisseurin Hannah Grothnes zurück greifen kann.

HSG Twistetal – TSV Wollrode (Sa. 19.15 Uhr). Mit einem Sieg gegen die HSG kann der TSV den fünften Platz festigen. Twistetal ist ein unangenehmer Gegner, der vor allem über eine kompakte Deckung zum Erfolg kommt. Also muss TSV-Angriff um Laura Schmieling und Svenja Lachnit in die Tiefe gehen, um Lücken auf den Halbpositionen zu reißen. Bei den Gastgeberinnen ist die wurfgewaltige Rückraumspielerin Janina Winkler nach ihrer Schwangerschaftspause wieder zurück und erzielte in ihren bislang vier Einsätzen bereits 24 Tore. Wollrodes 6:0-Deckung sollte verhindern, dass sie erneut zum Faktor wird.

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Esther Lieber führt Fritzlar zum 20:16-Sieg beim Schlusslicht

Der SV Germania Fritzlar verteidigt mit einem 20:16-Erfolg beim SV Union Halle-Neustadt II die Tabellenführung in der 3. Handball-Liga Ost.

Zum Schluss wurde es noch einmal eng. Denn da hatte die Zweitliga-Reserve des SV Union Halle-Neustadt gerade durch Linkshänderin Lisa Thieme auf 16:17 (55.) verkürzt. Doch Esther Lieber mit einem Doppelschlag und Maria Kiwa machten mit ihren Treffern alles klar und sicherten den Drittliga-Handballerinnen des SV Germania Fritzlar den 20:16 (10:6)-Erfolg. Durch den zwölften Saisonsieg bleibt die Germania weiter an der Tabellenspitze.

Fritzlars Sieggarant: Esther Lieber zog im Angriff die Fäden und hielt die Deckung beim 20:16-Erfolg beim SV Union Halle-Neustadt II zusammen.© Pressebilder Hahn

„Halle hat gekämpft und uns alles abverlangt“, bekannte SVG-Coach Lazar Constantin Cojocar. Die Domstädterinnen erwischten den besseren Start und führten schnell mit 6:1 (12.). Vor allem Linksaußen Lena Dietrich war kaum zu stoppen und traf sowohl aus dem Positionsangriff als auch per Gegenstoß. Ihr Debüt im SVG-Trikot feierte Talent Hannah Berk, die in der ersten Halbzeit einen Kurzeinsatz hatte und einen Siebenmeter verwandelte. Auch Anna Holcezy gab nach langer Verletzungspause ihr Comeback.

Erst nach einer Auszeit von Union-Trainer Jan Henning Himborn fanden die Gastgeberinnen besser in die Partie. Beim 5:7 (21.) durch Justine Schmitz war Halle wieder dran waren. „Wir haben den Gegner durch einfache Fehler, durch Fehlpässe und schlechte Abschlüsse wiederaufgebaut“, haderte Cojocar.

Dennoch gab Fritzlar weiter die Richtung vor, weil die 6:0-Deckung sicher stand. Über 11:6 (32.) und 13:8 (40.) zogen die Gäste auf 15:11 (45.) davon.

Im Angriff zeigten die Fritzlarerinnen jedoch eine enttäuschende Leistung. „Im Angriff hat nichts funktioniert. Das kann nicht unser Anspruch sein“, ärgerte sich Cojocar. Vor allem aus dem Rückraum spielten die Domstädterinnen mit zu wenig Tempo, zu häufig lag die Verantwortung allein bei Spielmacherin Esther Lieber.

Anstatt sich vorentscheidend abzusetzen, ließ die Germania die Zweitliga-Reserve so wieder herankommen. Nach einer Zeitstrafe gegen Maria Kiwa verkürzte Halle durch Vanessa Dirks und Isabell Rössner auf 15:17 (53.), Thieme sorgte wenig später für den Anschluss. Weil die Domstädterinnen in den Schlussminuten aber wieder energisch verteidigten und im Angriff Lieber und Kiwa trafen, musste sich das Schlusslicht geschlagen geben.

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Mit Berk, Holeczy und Kiwa reist Germania Fritzlar zum Schlusslicht

Personell hat sich die Situation beim heimischen Handball-Drittligisten Germania Fritzlar vor dem Spiel in Halle-Neustadt etwas entspannt. Trotzdem warnt SVG-Trainer Cojocar davor, den Tabellenletzten zu unterschätzen.

Das Selbstvertrauen der Drittliga-Handballerinnen des SV Germania Fritzlar ist nach dem Sieg im Hit gegen Eddersheim groß. „Wir wollen da weitermachen, wo wir aufgehört haben“, sagt SVG-Trainer Lazar Constantin Cojocar. Allerdings: Bei der Zweitliga-Reserve des SV Union Halle Neustadt (So. 16 Uhr) erwartet die Domstädterinnen eine unangenehme Aufgabe.

Hofft auf ihren Einstand: Neuzugang Hannah Berk.© Richard Kasiewicz

Denn das Schlusslicht hat zwei der letzten vier Partien für sich entscheiden können und kann am Sonntag auf Unterstützung aus dem Zweitliga-Team hoffen. Mit Spielmacherin Vanessa Dirks, der Halblinken Lena Smolik, Rückraumspielerin Justine Schmitz und Linkshänderin Lisa Thieme verfügt das Team von Trainer Jan-Henning Himborn über starke Einzelspielerin. Dazu kommen die beiden torgefährlichen Kreisläuferinnen Toni Reppe und Tina Stehlick sowie die flinke Linksaußen Isabelle Rösner. Und mit Lara Lepschi eine Torhüterin, die es schon in den Zweitliga-Kader geschafft hat und aufgrund ihrer Leistungen von U20-Auswahltrainer Andre Fuhr zum Nationalmannschafts-Lehrgang einberufen wurde. Auch deshalb stellt SVG-Coach Cojocar klar: „Ich will von einer Favoritenrolle nichts wissen.“

Hannah Berk hofft auf Einstand

Als Schlüssel zum Erfolg soll den Gästen wie schon im vorausgegangenen Spitzenspiel die starke 6:0-Deckung mit Esther Lieber und Janina Dreyer im Mittelblock dienen, die im Verbund mit den beiden Torfrauen Vanessa Maier und Lena Gürbig ein nur schwer überwindliches Bollwerk bilden. Und in der Offensive hat zuletzt Anamaria Puda aus der SVG-Reserve für Entlastung gesorgt. „Wir dürfen uns nur wenig Fehler erlauben, müssen aggressiv zupacken und dürfen Halle nicht in den Gegenstoß kommen lassen“, fordert Cojocar.

Immerhin entspannt sich die personelle Situation bei der Germania. So hofft Top-Talent Hannah Berk, im Winter per Erwachsenenspielrecht vom TV Hersfeld gekommen, in Sachsen auf ihren ersten Pflichtspieleinsatz im SVG-Trikot. Und auch Maria Kiwa (Nasenbeinbruch) und Anna Holeczy (Ellenbogenverletzung) kehren in den Kader zurück.

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