Kniescheibenbruch: Jana Hoppe bleibt der Pechvogel von Germania Fritzlar

Bis zum 28. Juni geht die erste Vorbereitungsphase für Handball-Drittligist SV Germania Fritzlar. Vier Spielerinnen fehlen dabei aktuell.

Jana Hoppe© Pressebilder Hahn

Pechvogel bleibt Jana Hoppe. Die Spielmacherin, die aus der zweiten Mannschaft aufgerückt ist, hat sich im Training nach auskuriertem Kreuzbandriss die Kniescheibe gebrochen. Das hat sechs weitere Wochen Pause zur Folge. Mitte Juli könnte sie wieder ins Lauftraining einsteigen. „Jana hat sogar noch Glück gehabt, dass diesmal nichts mit den Bändern passiert ist“, betont der Sportliche Leiter Steffen Schmude.

Noch Geduld ist zudem bei Neuzugang Kathleen Nepolsky (Aufbautraining nach Kreuzbandriss), Melina Horn (Kniebeschwerden, aber immerhin keine OP notwendig) und Vanessa Maier gefragt. Die Torhüterin spielte eine Saison mit Schmerzen durch und wurde nun erneut operiert, nachdem sie sich vor einem Jahr einen Nabelbruch zugezogen hatte.

Staffel steht noch nicht fest

Bis Ende Juni soll feststehen, in welcher Staffel Fritzlar spielt. Schmude geht von einer weiteren Runde in der West-Staffel aus. In die heiße Phase steigen die Domstädterinnen am 5. August ein. Höhepunkt ist der Domstadt-Cup (10./11. August) mit den Erstligisten HSG Blomberg-Lippe, HSG Bensheim/Auerbach, HSG Bad Wildungen, 1. FSV Mainz sowie den Zweitligisten TuS Lintfort, TV Beyeröhde und HC Rödertal und dem SVG. Testspiele sind in Kriftel (17. August), ein Turnier in Kleenheim (24./25. August) und nach einem Trainingslager am 1. September gegen Bretzenheim. Saisonstart ist 14./15. September.

HNA Online /// Sebastian Schmidt /// Foto: Hahn

SV Germania Fritzlar ist zu Hause seit 17 Spielen unbesiegt

Mit 34:10-Punkten haben die Handballerinnen des SV Germania Fritzlar statistisch gesehen ihre stärkste Runde überhaupt gespielt. Selbst bei dem Titelgewinn 2015/2016 waren es lediglich 28:12. 

Hinein ins Vergnügen: Maria Kiwa hat beim SV Germania Fritzlar unter Trainer Lucky Cojocar eine gute Entwicklung genommen. © Pressebilder Hahn

Hier weitere Zahlen, die die abgelaufene Runde in der West-Staffel prägten:

7 Siege in Serie gelangen der Germania zwischen dem 11. November (31:27 gegen HSG Blomberg-Lippe II) und 26. Januar (25:24 bei BV Garrel). Ausgerechnet danach folgte der entscheidende Negativlauf mit 1:5-Punkten in Serie (siehe Zahl 15).

10 von 11 Heimspielen gewann der SVG. Lediglich Meister HSV Solingen-Gräftrath holte einen glücklichen Punkt in der Sporthalle der König-Heinrich-Schule. Saisonübergreifend ist Fritzlar sogar 17 Partien in eigener Halle ungeschlagen. Zwei Punkte entführte zuletzt die SG TSG/DJK Mainz-Bretzenheim am 26. November 2017 (20:22) – als Viktoria Marquardt noch Trainerin war.

11 Zeitstrafen in 21 Partien kassierte Janina Dreyer. Das sind für die Defensivspezialistin die sechstmeisten in der Liga. Mit 14 führt Kölns Maria Kottmann. Intern folgen Hannah Puntschuh (8), Luisa Krüger und Esther Meyfarth (beide 7).

15 Tage im Februar kosteten dem Cojocar-Team die Meisterschaft. Erst das 20:20 im Spitzenspiel gegen den HSV Solingen-Gräfrath nach 18:14-Führung und dann die folgenden Niederlagen beim TV Oyten (25:28) und gegen Borussia Dortmund II (25:28 nach 21:17), dem Fritzlar auch schon im Hinspiel mit dem identischen Resultat unterlegen war.

148 Treffer reichten Oytens Jana Kokot, um souverän Torschützenkönigin zu werden. Beste Fritzlarerin ist Siebenmeterspezialistin Bibiana Huck als Siebte (106/36) vor Regisseurin Esther Meyfarth (86/17), Xenia Ahrend (74/12), Melina Horn (62), Lena Dietrich (50), Maria Kiwa (48/4) und Vilte Duknauskaite (41).

520 Tore kassierte Fritzlar lediglich. Das ist der Top-Wert in der West-Staffel vor Bayer Leverkusen II (523). Noch besser unter 48 Drittligisten standen nur der HC Leipzig (467), SC Markranstädt (502) und SG TSG/DJK Mainz-Bretzenheim (511) da, die allesamt in der Süd-Staffel spielten – für die ursprünglich auch die Domstädterinnen eingeteilt waren.

HNA Online /// Sebastian Schmidt /// Foto: Hahn

SV Germania Fritzlar ist Vize-Meister nach Kantersieg

Das ist ein würdiger Abschluss: Mit 37:21 (18:9) haben die Drittliga-Handballerinnen des SV Germania Fritzlar beim VfL Oldenburg II gewonnen. Dadurch ist das Team von Trainer Lucky Cojocar Vize-Meister der West-Staffel.

„Wir haben nochmal richtig auf die Tube gedrückt und eine ganz starke Leistung geboten“, lobte Coach Cojocar sein Team und auch die 20 mitgereisten Fans, „die ordentlich Krach gemacht haben.“ Da parallel Bayer Leverkusen II mit 24:27 gegen die HSG Blomberg-Lippe unterlag, stellt Fritzlar mit lediglich 520 Gegentoren erneut die beste Abwehr der Liga.

Nochmal bärenstark: Fritzlars Duknauskaite (hier am Ball gegen die Leverkusenerinnen Mareike Thomaier und Kim Hinkelmann) traf sechsmal in Oldenburg. © Pressebilder Hahn

Das ist auch ein Verdienst der glänzend aufgelegten Torhüterinnen. Vanessa Maier überzeugte in Oldenburg über 50 Minuten und parierte ebenso zwei Siebenmeter wie Lea Gürbig, die am Ende zwischen den Pfosten stand. Die gewohnte Paraderolle reichte Maier indes nicht aus. Denn der Treffer zum 26:14 (42.) in der einseitigen Partie gelang dem Rückhalt. Gnadenlos bestraften die Gäste das Risiko des VfL mit der siebten Feldspielerin und warfen in schöner Regelmäßigkeit ins leere Tor.

Über 6:1 (9.), 12:5 (23.) und 21:12 (36.) war spätestens nach einem 7:0-Lauf in acht Minuten zum 29:14 (45.) der Boden für den höchsten Saisonsieg bereitet. Ein einträchtiger Erfolg, denn neben Maier trugen sich zehn Feldspielerinnen in die Liste der Torschützinnen ein. Auch die erneut herausragende Halblinke Vilte Duknauskaite (6), Kreisläuferin Lorena Lorenz (3) und Nele Bittdorf (1), denen in ihrem letzten Einsatz für Fritzlar zusammen zehn Treffer gelangen.

„Ich konnte allen Spielanteile geben und wir hatten dennoch keinen Bruch im Spiel“, betont Cojocar, der etwa Luisa Krüger lange Zeit als Spielmacherin brachte. Das Top-Talent zeigte besonders an den Kreis kluge Pässe, die neben Lorenz auch Hannah Puntschuh (4) zu veredeln wusste. Vor 205 Zuschauern machte Fritzlar 60 Minuten Druck. Geschickt in die Nahtstellen zogen sich die Rückraumspielerinnen, so dass auch Janina Dreyer (5) und Maria Kiwa (4) nochmal Selbstvertrauen tankten. „Schade, dass jetzt Pause ist“, betonte Cojocar, der seiner Mannschaft bis Ende Mai freigegeben hat.

Fritzlar: Maier 1, Gürbig, Dietrich 2, Holeczy, Bittdorf 1, Huck 6/3, Ahrend 2, Puntschuh 4, Lorenz 3, Meyfarth 3, Duknauskaite 6, Dreyer 5, Kiwa 4, Krüger.

SR: Kassing/Wulf. Zuschauer: 205.

Siebenmeter: 7/3:3/3. Zeitstrafen: 4:8-Minuten.

HNA Online /// Sebastian Schmidt /// Foto: Hahn

Erster Neuzugang: SV Germania Fritzlar holt Kathleen Nepolsky

Erster Neuzugang für den SV Germania Fritzlar: Der Handball-Drittligist hat vor dem letzten Auswärtsspiel beim VfL Oldenburg II Kathleen Nepolsky verpflichtet.

Geht nach Fritzlar: Außen Kathleen Nepolsky, hier noch im Böddiger-Trikot. © Pressebilder Hahn

„Kathleen wird uns mit ihrer Erfahrung helfen und ist als Back-up für Bibiana Huck auf Rechtsaußen eingeplant“, sagt der Sportliche Leiter Steffen Schmude. Nepolsky kann auch auf links spielen, wo die Germania weiter auf das Duo Lena Dietrich/Anna Holeczy baut.

Der Neuzugang kommt von Oberligist Eintracht Böddiger, wo ihr bis zu einem Kreuzbandriss 38 Treffer gelangen. Von 2009 bis 2017 ging die Außen für den HC Rödertal bis zur 1. Liga auf Torejagd und trainierte in dieser Saison bereits regelmäßig in der Domstadt mit. Die 32-Jährige wurde vergangene Woche in Leipzig operiert und plant, beim SVG ab Oktober voll anzugreifen.

Als zweite Neue wird Spielmacherin Jana Hoppe aus der Reserve eine Chance im Drittliga-Kader erhalten. Als dritter Abgang wurde jetzt nach Vilte Duknauskaite und Lorena Lorenz (beide Karriereende) Nele Bittdorf verabschiedet. Die Zukunft des Talentes ist aus privaten Gründen offen. Somit trägt dieses Trio am 1. Mai (16 Uhr) in Oldenburg (vorerst) zum letzten Mal das SVG-Trikot.

Zweiter Platz und beste Abwehr als Ziele

Klares Ziel, nachdem zwar die Lizenz für die 2. Liga beantragt wurde, aber die Meisterschaft an den HSV Solingen-Gräfrath vergeben ist: den zweiten Platz festigen und damit die Runde mit so wenigen Gegenpunkten wie nie als Drittligist zu beenden. Aktuell sind es 32:10. Selbst bei dem Titelgewinn 2015/2016 waren es lediglich 28:12.

„Wir sind nicht auf Klassenfahrt in Oldenburg. Ich erwarte wieder eine starke Leistung wie zuletzt beim 32:27 gegen Leverkusen“, betont Trainer Lucky Cojocar. Erneut hat der Handball-Lehrer bis auf Melina Horn (Kniebeschwerden) alle Spielerinnen zur Verfügung.

Beim Tabellenachten warnt er besonders vor Kreisläuferin Maron Schepers, die gute Sperren stellt, und den schnellen Außen Kim Sanders sowie Lina Genz. Denn Fritzlar hat noch ein zweites Ziel: die beste Abwehr zu stellen. Noch hat Leverkusen (496) knapp die Nase vorn vor der Germania (499.).

HNA Online /// Sebastian Schmidt /// Foto: Hahn

1. SV-Handballcamp in Fritzlar

Der SV Germania Fritzlar hat die Osterferien mit seinem 1. SV-Handballcamp unter Leitung von Dago Leukefeld eingeläutet. Knapp 40 handballbegeisterte Kinder und Jugendliche im Alter von 10 bis 16 Jahren haben den Weg in die Halle der König-Heinrich-Schule in Fritzlar gefunden. Ein komplettes Wochenende drehte sich alles um unsere Lieblingssportart – dem Handball. 4 Trainingseinheiten standen für die Teilnehmer aus der Region auf dem Programm und wurden mit abwechslungsreichen und vielseitigen Einheiten bestückt. An diesem Wochenende war das Hauptthema „der Schlagwurf“, der die Basis für alle Wurfvarianten im Handball ist. Den Kindern und Jugendlichen wurde, durch spielerische Elemente und bildliche Darstellungen, das Thema nahegebracht. Nicht nur Dago Leukefeld hat sein handballerisches Wissen an die Heranwachsenden weitergegeben, sondern auch die Jugendtrainer und Trainer der Senioren unseres Vereines mit der tatkräftigen Unterstützung von Spielerinnen aus unseren beiden Frauenmannschaften. An den beiden Tagen wurden alle Beteiligten mit frischem Obst, welches vom Edekamarkt Pollmer in Wabern gespendet wurde, und ausreichend Getränken und einem warmen Mittagessen versorgt. Ein großes Highlight an diesem Wochenende war für die Kinder und Jugendlichen, als sie ihre T-Shirts und Hoodies, die von der Sparkassenversicherung Anne Schubert aus Fritzlar und der Handballschule Dago Leukefeld gestiftet wurden, in Empfang nehmen durften. Als am Sonntagnachmittag alle teilnehmenden Mädchen und Jungen nach dem gerade Erlernten gefragt wurden, kamen die Antworten wie aus der Pistole geschossen. Jetzt freuen sich erst mal alle auf die Ferien und dann natürlich auf das Training in ihren Vereinen, wo sie ihre Erfahrungen aus dem Wochenende unter Beweis stellen können.

Abschließend geht ein großes Dankeschön an Anne Schubert, Dago Leukefeld, Trainer, Trainerinnen, Spielerinnen, Helfer und Helferinnen im Cateringbereich. Ohne diese Unterstützung wäre das Handballcamp nicht so ein Erfolg geworden. Nächstes Jahr möchte der SV Germania Fritzlar auf jeden Fall wieder ein SV-Handballcamp anbieten.

SV Germania Fritzlar findet Lösungen gegen Bayer II

Torreicher Heimabschluss für den SV Germania Fritzlar in der 3. Liga West: Die Domstädterinnen besiegten die Reserve des TSV Bayer Leverkusen mit 32:27 (17:15) und benötigen damit nur noch einen Punkt im letzten Saisonspiel, um sich die Vize-Meisterschaft zu sichern.

Mit Zug zum Tor: Die treffsichere Fritzlarerin Bibiana Huck (am Ball) lässt hier Leverkusens Lilli Matilda Holste stehen und erzielt eines ihrer acht Tore. © Pressebilder Hahn

Der Titel geht hingegen an den HSV Solingen-Gräfrath, dem dank eines 32:22-Heimsiegs gegen BV Garrel der Spitzenplatz nicht mehr zu nehmen ist. Was für die Gastgeberinnen allerdings nicht mehr überraschend kam und dadurch kein Druck bei den Germania-Spielerinnen zu spüren war. Im Gegenteil: Nach einer zerfahrenen Anfangsphase (8:10, 16.), in der die beste Liga-Abwehr die Germania-Offensive vor große Probleme gestellt hatte, entwickelte das Cojocar-Team angeführt durch die stark aufspielende Regisseurin Esther Meyfarth (7 Tore) jede Menge Spielfreude.

Meyfarth war es, die mit drei Toren hintereinander ihren Mitspielerinnen das Signal zu mehr Durchsetzungswillen gegen die offensive 3:2:1-Deckung der Gäste gab. „Daraufhin haben wir gute Lösungen im Rückraum gefunden und viele freie Würfe kreiert. Das war super heute“, lobte Lucky Cojocar. Der Germania-Coach wechselte seine Sieben immer wieder durch.

Was dem Angriffsspiel jedoch nicht schadete. Neben der technisch versierten Bibiana Huck, die sich sowohl per Siebenmeter und auf Rechtsaußen gewohnt treffsicher zeigte, glänzte auch Vilte Duknauskaite. Im letzten Heimauftritt setzte sich die linke Rückraumspielerin mit präzisen Abschlüssen in Szene.

Auf der Gegenseite dezimierte sich das Bayer-Team mit einigen überflüssigen Zeitstrafen mehrfach selbst. Gab sich jedoch trotz zweimaliger zweifacher Unterzahl nicht geschlagen. Sondern verkürzte stattdessen durch Jule Polsz und Dana Gruner noch einmal auf einen Vier-Tore-Rückstand (21:25, 47.). Näher heran rückten die Gäste allerdings nicht mehr, weil einerseits die eingewechselte Torhüterin Vanessa Maier mit zwölf Paraden und einem gehaltenen Siebenmeter viele Chancen zum Anschluss zunichtemachte.

Und andererseits ihre Vorderleute nach einer unkonzentrierten Verschnaufpause zurück zu ihrem Kombinationsspiel fanden. Was TSV-Trainer Assina Müller fair anerkannte: „Sie haben verdient gewonnen. Uns fiel es schwer, ein Mittel gegen ihre Positionswechsel zu finden.“

Fritzlar: Gürbig (1.-15., 1P./ 9 G.), Maier (12/12), Dietrich 1, Holeczy, Bittdorf, Huck 8/2, Ahrend 2/2, Puntschuh 1, Lorenz 2, Meyfarth 7, Duknauskaite 6, Dreyer 2, Kiwa 1, Krüger 2.

Leverkusen II: Humpert (31.-50., 4 P./ 11G.), Fahnenbruck (6 P./ 21G.), Veit 3, Gruner 2/1, Sold, Tesche, Holste 3, Schneiders 1, Cormann, Thomaier 6/2, Müller 3, Hinkelmann 4, Polsz 1, Thiwissen 3.

SR: Schönfelder/Wulf. Zuschauer: 220.

Siebenmeter: 4/4:5:3. Zeitstrafen: 4:10-Minuten.

HNA Online /// Fabian Seck /// Foto: Hahn

Trotz Abstieg: Kliesch bleibt Trainer des SV Germania Fritzlar II

Nieder Roden – Mit der 25:44 (14:24)-Pleite bei der HSG Rodgau Nieder Roden wurde der Oberliga-Abstieg des SVG Fritzlar II besiegelt. Weiter mit Trainer Kliesch peilen die Domstädterinnen den Wiederaufstieg an.

Gunnar Kliesch© Richard Kasiewicz

Im Moment der Niederlage richtete Gunnar Kliesch, Trainer der Handballerinnen des SV Germania Fritzlar II, den Blick schon wieder nach vorne. „Das heißt: Vollangriff in der Landesliga. Mit dieser Mannschaft müssen wir um die Meisterschaft mitspielen“, sagte der 48-Jährige nach der 25:44 (14:24)-Pleite bei der HSG Rodgau Nieder Roden, die den Oberliga-Abstieg der Domstädterinnen besiegelte.„Wir konnten die Verletzungen unserer Leistungsträgerinnen nicht kompensieren“, begründete der SVG-Coach das verpasste Saisonziel. Ziel bleibt es, ein Juniorteam für die Drittliga-Mannschaft aufzubauen. Und deshalb bleibt auch Kliesch der Germania erhalten.

Ebenso wie der Großteil der Mannschaft. Den Abgang von Torhüterin Luisa Fischmann wird Katja Zeller (reaktiviert) kompensieren. Verzichten muss das Team auf Maxie Hauschild (Pause), Johanna Fischer (Schwangerschaft), Nadine Frank (Karriereende) und Jana Hoppe, die nach überstandenem Kreuzbandriss in die erste Mannschaft aufrückt.

Dennoch bringt die Drittliga-Reserve viel Potenzial mit. Einen Eindruck davon bekam auch Spitzenreiter Rodgau Nieder Roden. Da drehte die 19-Jährige Hannah Grothnes im Rückraum richtig auf und erzielte acht blitzsaubere Treffer. Allerdings waren nicht alle Domstädterinnen im Abschluss derart effektiv. Bis zum 11:14 (17.) durch Meike Naumann blieb die Germania in Schlagdistanz, dann zogen die Gastgeberinnen auf 20:13 (25.) davon. Beim 24:14 zur Pause war die Partie bereits entschieden. „Wir sind ein sehr hohes Tempo gegangen, haben aber ein schlechtes Rückzugsverhalten gezeigt“, bemängelte Kliesch. Ebenso wie leichtfertig vergebene Chancen: „So haben wir Nieder Roden zum Gegenstoß eingeladen.“

Das Torhütergespann Suchy/Fischmann war dabei weitgehend auf sich allein gestellt. Auch nach Wiederanpfiff. Über 35:19 (43.) und 41:23 (55.) machten die Südhessinnen so alles klar. Und haben nun den Aufstieg selbst in der Hand.

HNA Online /// Marcel Glaser /// Foto: Richard Kasiewicz

SV Germania Fritzlar verabschiedet Lorenz und Duknauskaite gegen Leverkusen

Den Handballerinnen des SV Germania Fritzlar geht eine Menge Spaß verloren: Mit Kapitänin Lorena Lorenz und Partykönigin Vilte Duknauskaite verliert der Drittligist im Sommer zwei im Team besonders bewährte Kräfte.

Zwei gehen, zwei bleiben: Vilte Duknauskaite (Nummer 18) und Lorena Lorenz (14) stehen am Sonntag gegen Bayer II vor ihrem letzten Heimspiel. Melina Horn (ganz links) und Esther Meyfarth laufen auch kommende Saison für Fritzlar auf. © Richard Kasiewicz

Dementsprechend sollen beide mit einem Sieg im letzten Heimspiel gegen Bayer Leverkusen II am Sonntag (17 Uhr, Sporthalle KHS) verabschiedet werden.

„Lollo ist das Herz der Mannschaft. Sie war immer dabei – auch als sie verletzt oder schwanger war“, sagt SVG-Coach Lucky Cojocar mit Blick auf Lorenz, die er bereits vor acht Jahren in Kleenheim trainierte. Und betont ebenso Duknauskaites sportlichen Wert, „weil Vilte uns einige Spiele allein gewonnen hat und im Mittelblock mit Esther Meyfarth eine Bank ist.“

Allein, das Duo reicht im Verbund mit den starken Torhüterinnen Vanessa Maier und Lea Gürbig wohl diesmal nicht, um die beste Abwehr der Liga zu stellen. Bislang 472 Gegentreffer ergeben einen Schnitt von 23,6 pro Partie. Denn auf deren 431 bei einem Spiel weniger kommt Leverkusen II – macht durchschnittlich 22,7 und somit Bestwert. Der Bundesliga-Nachwuchs reist als Team der Stunde an, hat acht der jüngsten neun Partien gewonnen. Die einzige Niederlage in 2019? Das 26:27 im Wiederholungsspiel gegen Fritzlar.

„Da macht sich Leverkusens gute Jugendarbeit bezahlt. Technisch ist das eine Augenweide und wir müssen ihre Kombinationen unterbinden“, betont Cojocar. Wohlwissend, dass ein Sieg auch notwendig ist, um den zweiten Platz zu festigen, nachdem durch die ebenso klare wie verdiente 29:34-Niederlage in Aldekerk die Meisterschaft an Solingen-Gräfrath vergeben scheint.

Personal tritt Fritzlar bis auf Melina Horn, die wegen Kniebeschwerden in dieser Saison nicht mehr eingesetzt werden kann, in Bestbesetzung an. Und ist neben der bundesliga-erprobten Rechtsaußen Jule Polsz, Linksaußen Dana Gruner, Spielmacherin Sophia Cormann vor allem vor den beiden Halben Mareike Thomaier und Lilli Holste gewarnt. Zwei wurfgewaltige Rückraum-Talente, denen sich die Abwehrspezialistinnen Lorenz und Duknauskaite zum Abschied besonders intensiv widmen dürften.

HNA Online /// Sebastian Schmidt /// Foto: Richard Kasiewicz

Fritzlar II wahrt mit 28:27-Sieg Minimal-Chance auf den Klassenerhalt

Fritzlar – Die Oberliga-Handballerinnen des SV Germania Fritzlar II haben ihre Minimalchance auf den Klassenerhalt gewahrt. Allerdings: Zufrieden war nach dem schwer erkämpften 28:27 (13:8)-Erfolg gegen Liga-Schlusslicht HSG Sulzbach/Leidersbach niemand.

„Das war heute das Duell zweier Abstiegskandidaten“, kritisierte SVG-Trainer Gunnar Kliesch den blutleeren Auftritt seines Teams und bemängelt: „Uns ist die fehlende Selbstsicherheit einfach anzusehen, es fehlen die Emotionen.“

Überragte in der ersten Hälfte: Fritzlars Torhüterin Nina Suchy wehrt in dieser Szene einen Siebenmeter von Sulzbachs Saskia Becker ab.© Pressebilder Hahn

Dabei wusste die Drittliga-Reserve zumindest in der ersten Hälfte streckenweise zu überzeugen. Die Abwehr um Maxie Hauschild und Nadine Frank stand kompakt gegen den Sulzbacher Rückraum mit Marie Grünewald und Maja Draca. Und wenn doch einmal ein Wurf auf das Fritzlarer Tor kam, war die gut aufgelegte Nina Suchy (55 Prozent gehaltene Bälle vor der Pause) zur Stelle. Ihre Paraden ermöglichten den Domstädterinnen reichlich Torchancen Chancen aus dem Gegenstoß, die Lena Alter sicher verwertete. Dazu zeigten sich im Positionsangriff Paula Bachmann und Maxie Hauschild treffsicher aus dem Rückraum. So erspielte sich Fritzlar bis zur Pause einen komfortablen Fünf-Tore-Vorsprung.

Nach dem Seitenwechsel legten die Gastgeberinnen nach und erhöhten durch Merle Bücker auf 17:11 (42.). Danach vergab das Kliesch-Team jedoch mehrere Großchancen und Sulzbach fand zurück ins Spiel. „Da war die Möglichkeit, die Tür zuzumachen, doch das haben wir verpasst“, ärgerte sich der Coach.

Maja Draca (10 Tore) war im linken Rückraum fortan nur noch durch Fouls zu bremsen und in der letzten Minuten verkürzte Sulzbach durch einen Strafwurf auf 28:27. Obwohl Maike Naumann im Gegenzug per Siebenmeter die Entscheidung verpasste, rettete Fritzlar den Sieg über die Zeit.

HNA Online /// MM /// Foto: Hahn

SV Germania Fritzlar muss den Aufstieg abhaken

Das Aufstiegsrennen in der 3. Liga West ist wohl entschieden: Während die Handballerinnen des SV Germania Fritzlar mit 29:34 (15:14) beim TV Aldekerk verloren, hat der HSV Solingen-Gräfrath beim Tabellenvorletzten TSV Bonn (29:28) gewonnen.

Dadurch liegt der HSV zwei Spieltage vor Schluss drei Punkte vor den Domstädterinnen. „Unsere Niederlage ist verdient, weil wir in der zweiten Halbzeit keine Lösungen mehr gefunden haben. Für mich ist es ein Wunder, dass Aldekerk nicht mehr Punkte hat“, sagte SVG-Coach Lucky Cojocar, der dem Gegner nahe der niederländischen Grenze eine herausragende Leistung attestierte.

Auf der Gegenseite waren zwei Rückschläge zu viel für Fritzlar. Rückraumspielerin Melina Horn konnte kurzfristig wegen Kniebeschwerden nicht mitwirken. Und dann traf den SVG eine Rote Karte gegen Luisa Krüger ins Mark. Das Top-Talent kam beim Abschluss von Rechtsaußen Angelina Huppers einen Schritt zu spät und musste wegen einer unglücklichen Abwehraktion von der Platte (27.).

Keine Lösungen gegen 4:2-Abwehr

Bis dahin war’s über 6:3 (14.), 10:10 (23., Krüger) und 13:12 (27.) eine offene Partie. Zunächst steckte Fritzlar den Schock der Roten Karte gut weg. Und legte über 16:14 (31., Bibiana Huck) und 18:16 durch die gut aufgelegte Maria Kiwa (35.) sogar Führungen vor. Der entscheidende Schachzug zur Wende für den TVA war die Umstellung auf eine 4:2-Deckung. Kiwa und Spielmacherin Esther Meyfarth wurden an die kurze Leine gelegt. Krügers Ideen im Angriff im 4:4 gingen ihrer Mannschaft nun ebenso ab wie auf der Gegenseite eine mögliche Umstellung auf eine 5:1-Abwehr.

Und so nahm Fritzlars Unheil seinen Lauf. Die eigenen Angriffe verpufften, technische Fehler häuften sich und die Abwehr ließ sich düpieren, so dass Torfrau Vanessa Maier allein gelassen wurde. Über 23:19 (43.) und 29:22 (50.) machte Aldekerk kurzen Prozess.

Fritzlar: Maier, Gürbig – Dietrich 1, Bittdorf, Huck 5/1, Ahrend 6/3, Puntschuh, Lorenz 1, Meyfarth 1, Dukauskaite 5, Dreyer 3, Kiwa 5, Krüger 2, Grothnes.

SR: Baumann/Brömsen. Zuschauer: 123.

Siebenmeter: 7/6:4/4 Zeitstrafen: 4:6-Minuten. Rote Karte: Krüger (27., Foulspiel).

HNA Online /// Sebastian Schmidt /// Foto: Hahn

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