Das war heftig! Die Handballerinnen des SV Germania Fritzlar haben ihre derbste Heimpleite seit Jahren kassiert. Und sind beim 16:24 (6:14) von der HSG Gedern/Nidda im Gipfeltreffen der 3. Liga Ost in ihre Einzelteile zerlegt worden.

„Gedern hat so gespielt, wie wir es gern getan hätten. Das waren von uns zu viele technische Fehler und im Abschluss nur planlose Sprungwürfe über die Mitte, anstatt das Spiel breitzumachen“, sagte SVG-Coach Lucky Cojocar.

Dessen Rückraumspielerinnen bissen sich in schöner Regelmäßigkeit die Zähne aus an Leonie Nowack und Jessica Schmeißer. Dem Mittelblock der HSG, der zeigte, was er in der 2. Liga gelernt hat. Starke Blöcke, geschickte Seitwärtsbewegungen und die nötige Härte. Auf Halb in der Deckung sowie teilweise auch im 5:1-Verbund standen dem Sabine Kaiser und Hannah Niebergall kaum nach. Und wenn doch, dann war mit Sandra Elisath eine gute Torfrau zur Stelle.

Kein Durchkommen: Fritzlars Regisseurin Esther Lieber (r.) wird hier von Kirsten Schindler (l.) und Hanna Rösner bearbeitet, die mit Gedern/Nidda herausragend stark in der Domstadt auftraten. © Pressebilder Hahn

„Die Leistung speziell in der ersten Halbzeit war die Beste in dieser Saison. Es lief alles für uns“, frohlockte HSG-Coach Christian Breiler nach dem ersten Sieg der Wetterauer in der Domstadt. Ein Erfolg mit Ansage. Nur beim 1:0 durch Maria Kiwa (1.) und 2:1 durch Esther Lieber (4.) lag die Germania in Führung. Schon nach dem vergebenen Siebenmeter von Xenia Ahrend, die an Elisath scheiterte, gingen die Köpfe nach unten. „Die Körpersprache hat nicht gestimmt“, wusste Cojocar um einen Unterschied.

Nur 12 Tore in 57 Minuten

Gedern/Nidda feierte jede gelungene Aktion und spielte sich einen wahren Rausch. Zwar nicht im Angriff, weil da eine solide Vorstellung ausreichte. Dafür aber in der Abwehr. Nur zwölf Treffer gelangen dem SVG in den ersten 57 Minuten. Ein fast schon historischer Tiefstwert. Da konnten in den Schlussminuten zwei verwandelte Siebenmeter von Luisa Krüger, Ahrends einziger Treffer und das dritte Tor von Bibiana Huck das Debakel nach 12:24-Rückstand lediglich minimal kaschieren.

Einzig Torfrau Vanessa Maier präsentierte sich in Normalform. Die 25-Jährige wurde nach dem 5:11 (17.) eingewechselt und verhinderte Schlimmeres als die Zwischenstände zum 6:14 (30.), 8:17 (39.) und eben 12:24 (57.). Allein gegen die sicheren Siebenmeter von Kristin Amos, die trotz Kahnbeinbruch mitwirkte und am heutigen Montag operiert wird, war auch Maier machtlos.

Trotz der Abreibung im Hessenderby bleibt Fritzlar Spitzenreiter. Trainer Cojocar setzt auf einen Lerneffekt nach der ersten Saisonniederlage: „Ich verliere lieber einmal so als zehnmal mit nur einem Tor Unterschied.“

Fritzlar: Maier (11 Paraden/13 Gegentore), Gürbig (2/11) – Dietrich 2, Holeczy, Huck 3, Ahrend 1, Nepolsky, Lieber 3/1, Dreyer 2, Kiwa 2, Krüger 3/1.

Gedern/Nidda: Elisath (14/16), Heß – Rösner 1, Schüler 5, Niebergall 3, Kraft, Thiele, Pfaff, Schmeißer, Kaiser 4, Amos 4/4, Nowack 4, Schindler 2, Nau 1.

SR: Majstrak/Reimann. Zuschauer: 250. Siebenmeter: 3/4:4/4. Zeitstrafen: 10:8-Minuten

HNA Online /// Sebastian Schmidt /// Foto: Hahn