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Fritzlar erstmals Meister

HNA ONLINE 17.06.2016 / DANIEL SCHNEIDER

Fritzlar. Was für eine Kulisse! Was für ein Auftritt! Was für eine verdiente Meisterschaft! Im vorletzten Saisonspiel gewann der SV Germania Fritzlar mit 24:14 (13:6) gegen die Bundesliga-Reserve vom HC Leipzig. Damit steht bereits vor dem letzten Saisonspiel in Berlin fest: Die Handballerinnen aus der Domstadt sind zum ersten Mal Primus in der 3. Handball-Liga Ost.

Ausgelassener Jubel: die Spielerinnen der SV Germania Fritzlar nach ihrem Meisterstück. Foto: Hahn

Es war alles angerichtet für eine Meisterfeier, wie sie Fritzlar noch nicht erlebt hat. Die Halle war mit 430 Zuschauern so voll wie noch in dieser Serie. Die erste Heimniederlage nach 26 erfolgreichen Partien vor eigenem Publikum? Ausgeschlossen. Und so gingen die Domstädterinnen das Spiel auch an. Mit wilder Entschlossenheit in der Abwehr kauften sie der jungen Leipziger Mannschaft, die keine Unterstützung vom Erstliga-Kader bekam, den Schneid ab. Ergebnis: In 15 Minuten gelang dem Bundesliga-Nachwuchs gerade mal ein Treffer. Überragend: Der Mittelblock um Chefin Esther Meyfarth und Kapitänin Melina Horn.

Und vorne? Da zeigte sich das, was die Mannschaft von Trainer Frank Mai so meisterlich macht. Eine unglaubliche Ausgeglichenheit. Nach 18 Minuten hatte Fritzlar bereits von jeder Position getroffen (8:2), während Leipzig weiterhin vergeblich gegen die Betonwand Meyfarth/Horn anrannte. Und da war dann ja auch noch Vanessa Maier im Domstädter Tor, die ihre überragende Form der letzten Woche konservierte. Keine Frage, es lief alles nach dem Geschmack von Coach Mai. Durch einige Wechsel ging zwar ein wenig der Spielfluss verloren, an dem Klassenunterschied änderte das aber nichts.

Nach der Pause entwickelte sich ein offeneres Spiel, da auch Leipzig nun ein ums andere Mal aus dem Rückraum erfolgreich abschloss. In dieser leicht kritischen Phase übernahm dann Melina Horn Verantwortung, traf dreimal in Folge. Trotzdem: Leipzig wurde stärker, die Konzentration in Fritzlars Deckung schwand.

Es wurde ein Geduldsspiel mit Nervenflattern auf beiden Seiten. Zwischen der 40. und 50. Minute fielen gerademal vier Tore, hochkarätige Chancen wurden am laufenden Band vergeben. Dann erlöste Bibiana Huck aber ihre Sieben und das Publikum mit ihrem ersten Feldtor zum 19:13 (50.) - die Vorentscheidung, der Meister noch einen prima Schluss-Spurt folgen ließ.

Mai verabschiedet

Es war das letzte Spiel für Meistertrainer Frank Mai. Denn der wurde nach der Partie verabschiedet. • Fritzlar: Maier (1. bis 56. Minute, 16 Paraden, 13 Gegentore), Gürbig (ab 56. 1/1) Meyfarth 1, Denecke, Ahrend 1, Huck 8/7, Dietrich 1, Fischer, Kerwin, Cioca, Dreyer 2, Puntschuh 4, Horn 7. Leipzig: Detjen (1. bis 38. Minute, 8/16), Laneus (ab 38., 8/7) - Wischeropp, Reißberg 1, Ansorge 1, Loehnig, Funke 6/5, Kreibich 2, Theilig 2, Hurst 2, Guderian, Smolik. SR: Große/Kreutz – Z. 430 Zeitstrafen: 8:16 Minuten Siebenmeter: 7/7 – 5/7.

Von Daniel Schneider

Jugendabteilung - Wir wollen weiter wachsen!

SPIELERINNEN der Jahrgänge 2002/2003 GESUCHT!

Fritzlar. Wir suchen mit unserem Kooperationspartner vom TSV Deute unbedingt noch Spielerinnen in den Jahrgängen 2002/2003, die Lust haben Handball zu spielen.
Mittwoch (20.04.16) findet für alle, die sich dafür interessieren, ein Probetraining in der Sporthalle der Ursulinenschule in Fritzlar statt.

Das Training beginnt um 17:30 Uhr und endet gegen 19:00 Uhr.
Bei weiteren Fragen meldet euch bitte bei unserer Jugendwartin Julia Schmude unter Tel.: 0152-21690810.


Wir freuen uns auf dich/euch.

Abteilungsleiter von Germania Fritzlar: „Meister ja, Aufstieg nein“

HNA 13.04.2016 Daniel Schneider

Fritzlar. Am Sonntag (17 Uhr, König-Heinrich-Schule) kann der SV Germania Fritzlar den größten Erfolg in seiner 40-jährigen Vereinsgeschichte feiern. Die Handball-Drittligamannschaft von Trainer Frank Mai könnte mit einem Sieg gegen HC Leipzig II Meister werden.

Spielt auch weiterhin in Liga drei: Fritzlars Johanna Fischer (Mitte), die sich gegen Marienbergs Marcela Splechtova (links) und Lucie Hribova durchsetzt. © Hahn

Warum dieser Erfolg nicht mit dem Aufstieg gekrönt wird, erklärt Abteilungsleiter Steffen Schmude im Interview.

Herr Schmude, auf Facebook wird Ihnen schon viel Spaß in der 2. Liga gewünscht. Wie sieht denn der Spaß aus?

Steffen Schmude: Wir wollen auf jeden Fall Meister werden. Das ist unser Ziel. Den Aufstieg werden wir aber nicht wahrnehmen.

Warum nicht?

Schmude: Wir waren vor kurzem auf einer Veranstaltung des HBF (Anm. Handball Bundesliga Frauen), wo sich Vereine über die Lizenzierungsbedingungen zur 2. Liga informieren konnten. Danach haben wir uns mit Vorstand und Mannschaft besprochen und das Ergebnis ist, dass wir nicht aufsteigen können.

Was für Bedingungen fehlen konkret, um in der 2. Liga spielen zu können?

Schmude: Zum einen muss eine Bürgschaft in Höhe von 30 000 Euro hinterlegt werden. Das ist aber noch das geringere Problem. Denn alle Spielerinnen müssen bei der Berufsgenossenschaft angemeldet, also sozialversicherungspflichtig werden.

Und in Zahlen ausgedrückt?

Schmude: Wir müssten unseren Etat um 40 Prozent erhöhen, um die 2. Liga zu stemmen. Das ist nicht machbar.

Damit ist also die 2. Liga für immer für Fritzlar ausgeschlossen?

Schmude: Für diese Saison ja, für die nächste Saison wohl auch, aber das werden wir erst im Januar seriös beantworten können. Das hat auch zur Folge, dass uns potenzielle Neuzugänge eine Absage erteilen.

Aber Fritzlar hat doch eigentlich einen passenden Zweitliga-Standort. Mit seinen begeisterungsfähigen Fans sind die Handballerinnen doch schon jetzt das Aushängeschild der Stadt.

Schmude: So weit ist das richtig, wir haben einen der höchsten Zuschauerschnitte von allen Drittligisten. Aber es fängt doch schon bei den Hallenzeiten an. Unsere Mannschaft trainiert dreimal die Woche, muss sich davon aber zwei Zeiten mit der zweiten Mannschaft teilen. Wir benötigen also mindestens zusätzlich noch anderthalb Stunden mehr Hallenzeit. Die Großsporthalle der König-Heinrich-Schule erfüllt zum jetzigen Zeitpunkt auch nicht die Hallenstandards einer 2. Liga. Aber mir ist noch ein anderer Punkt wichtig...

Erzählen Sie!

Schmude: Wenn wir aufsteigen, dann nur mit einer konkurrenzfähigen Mannschaft. Der Sprung in das halbprofessionelle Umfeld ist schon groß. Es bringt doch nichts, eine Fahrstuhlmannschaft zu werden.

Lassen Sie uns noch über die aktuelle Saison sprechen. Die Meisterschaft wäre der größte Erfolg der Vereinsgeschichte. Hatten Sie so einen Saisonverlauf mit der neuformierten Mannschaft erwartet?

Schmude: Erhofft schon, das war aber natürlich nicht so zu erwarten. Wir haben ja viel Erfahrung verloren und dafür einige junge Talente eingebaut. Die Entwicklung von Lena Dietrich, Lena Kerwin und Xenia Ahrend ist schon großartig.

Welchen Anteil hat Trainer Frank Mai am Erfolg? Bleibt er?

Schmude: Natürlich hat er einen großen Anteil am Erfolg. Er hat seinen Vertrag aber noch nicht verlängert.

Das ist aber ungewöhnlich.

Schmude: Wir befinden uns in Gesprächen.

Die Liga war in dieser Serie mit nur elf Teams nicht wirklich attraktiv zusammengestellt. Erhoffen Sie sich eine Ligen-Reform und wie könnte diese aussehen?

Schmude: Diese Serie war vom Spielmodus mit den langen Pausen in der Tat nicht wirklich attraktiv für Spielerinnen und Zuschauer. Die Wunschvorstellung wäre eine 14er-Liga. Ich gehe aber davon aus, dass wir auch in der nächsten Saison in der Ost-Staffel mit zwölf Teams spielen - und dann unseren Meistertitel verteidigen wollen.

HEIMSPIELZEIT

 

Meyfarth und Maier glänzen

HNA 10.04.2016 mgx

Hattorf. Die Handballerinnen des SV Germania Fritzlar stehen kurz vor der Meisterschaft in der 3. Liga Ost. Dank eines 22:17 (11:11)-Erfolges bei der HSG Osterode/Harz kann das Team von Trainer Frank Mai den Titel nun mit einem Sieg im kommenden Heimspiel gegen den HC Leipzig II perfekt machen.

Esther Meyfarth. Foto: Hahn

Dabei fanden die Domstädterinnen zunächst überhaupt nicht in die Partie und lagen schnell mit 0:3 (5.) und 2:5 (10.) zurück. Vor allem mit Kreisläuferin Isabell Marienfeld hatte die Germania Probleme. „Wir haben im Angriff zu viele Fahrkarten geworfen und in der Abwehr leichte Fehler gemacht“, ärgerte sich SVG-Trainer Mai.

Erst nach einer Auszeit des SVG-Coaches steigerten sich die Gäste. Lena Kerwin sorgte mit einem Doppelschlag für den 5:6-Anschluss. Doch die Gastgeberinnen erspielten sich - angetrieben von der starken Spielmacherin Milicia Vlahovic - erneut eine 10:6-Führung. Dann aber legten der Titelanwärter los. Esther Meyfarth, Melina Horn, Johanna Fischer, Janina Dreyer und Lena Dietrich drehten die Partie zur eigenen 11:10-Führung (29.). Osterode glich allerdings durch Fenja Thoelke noch zum 11:11-Pausenstand aus. Und kam sogar zielstrebiger aus der Kabine, als Vlahovic und die Ex-Rotenburgerin Dominika Tvrdonova erneut eine Zwei-Tore-Führung (14:12) heraus warfen.

SVG mit 5:0-Lauf

Dann stellte Frank Mai um und beorderte Xenia Ahrend auf die Spielmacherposition, während Esther Meyfarth auf die rechte Rückraumposition rückte. „Das war der entscheidende Wechsel, weil wir so im Angriff viel mehr Druck ausgeübt haben“, erklärte der SVG-Trainer. Mit einem 5:0-Lauf drehten die SVG-Handballerinnen die Partie zur eigenen 17:14-Führung (45.). Und auch in der 6:0-Abwehr hatte der SVG-Mittelblock um Meyfarth und Fischer die HSG-Torjägerinnen Tvrdonova und Vlahovic nun besser im Griff. Zudem entschärfte Vanessa Maier im Tor zahlreiche Chancen der HSG.

„Ich muss der Mannschaft ein Kompliment aussprechen“, sagte Mai, „sie ist auch nach einem Rückstand wieder aufgestanden und hat verdient gewonnen.“ Als Marienfeld vom Kreis zum 16:17 traf (50.), wurde es aber noch einmal eng. Doch Horn und ein Doppelschlag von Meyfarth sorgten beim 20:16 (55.) für die Entscheidung.

Fritzlar: Maier - Dietrich 2, Huck 2/2, Fischer 3, Ahrend 1/1, Puntschuh, Horn 4, Kerwin 3, Meyfarth 6, Denecke, Dreyer 1. SR: Jakob/Kuss. Z: 150. Zeitstrafen: 6:10-Minuten. Siebenmeter: 3/3:3/4. (mgx) Foto: Hahn/nh

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